Befreiung Rezeptgebühr

Höhe der Rezeptgebühr

Die Rezeptgebühr beträgt ab dem 1. Jänner 2017 für jedes Medikament € 5,85.

Befreiung ohne einen besonderen Antrag

Automatisch sind unter anderem folgende Personen von der Rezeptgebühr befreit:

  • Bezieher von Pensionen mit einer Ausgleichszulage,
  • Patienten mit anzeigepflichtigen übertragbaren Krankheiten usw.

Befreiung auf Antrag

Grenzbeträge für die Befreiung von der Rezeptgebühr:

Auf Antrag bei der zuständigen Krankenkasse kann eine Befreiung erfolgen für

  • Versicherte, deren monatliche Nettoeinkünfte
    • für Alleinstehende     € 889,84
    • für Ehepaare            € 1.334,17

nicht übersteigen. Diese Beträge erhöhen sich für jedes Kind um € 137,30

  • Versicherte, die selbst oder deren anspruchsberechtigte Angehörige an Krankheiten leiden oder Beeinträchtigungen haben, die erfahrungsgemäß besondere Aufwendungen verursachen, und deren monatliche Nettoeinkünfte
    • bei Alleinstehenden  € 1.023,32
    • bei Ehepaaren         € 1.534,30
    • nicht übersteigen. Für jedes weitere Kind sind € 137,30 hinzuzurechnen.

Wichtige Hinweise

Leben im Familienverband des Versicherten Personen mit eigenem Einkommen, so ist dieses zu berücksichtigen (aliquot).

Personen, die von der Rezeptgebühr befreit wurden, sind auch vom Service-Entgelt, das es für die e-card gibt, befreit.

Ein Antrag auf Rezeptgebührenbefreiung gilt gleichzeitig auch als Antrag auf Befreiung von der Gebühr für die e-card und umgekehrt.

Obergrenze für Rezeptgebühren

Für Personen, die nicht von der Rezeptgebühr befreit wurden, wurde mit 1. Jänner 2008 eine neue Regelung eingeführt. Es gibt eine Obergrenze für die Bezahlung der Rezeptgebühr, die mit 2% des jährlichen Nettoeinkommens festgelegt ist. Diesen Betrag muss daher die/der Versicherte höchstens in einem Jahr an Rezeptgebühren bezahlen.

Wenn die Aufwände an Rezeptgebühren diesen Betrag übersteigen, wird diese Person automatisch für den Rest des Kalenderjahres von der Rezeptgebühr befreit. Diese automatische Befreiung wird über die e-card dem jeweiligen Arzt mitgeteilt.

Für Angehörige gibt es keine eigene Obergrenze an Rezeptgebühren, das heißt, in Summe muss die/der Versicherte für sich und ihre/seine mitversicherten Angehörigen nicht mehr an Rezeptgebühren im Jahr bezahlen, als die 2% ihres/seines jährlichen Nettoeinkommens ausmachen. Wichtig dabei ist, dass die Einkünfte der mitversicherten Angehörigen in diesem Fall nicht berücksichtigt werden.

Unterstützung der Versicherten der OÖ. Gebietskrankenkasse

Personen, die bei der oö. Gebietskrankenkasse versichert und von der Entrichtung der Rezeptgebühr nicht befreit sind, aber deren Einkommen unter einem bestimmten Richtsatz (dieser wird von der oö. Gebietskrankenkasse festgelegt) liegt, haben die Möglichkeit, um eine einmalige Unterstützung aus dem Unterstützungsfonds anzusuchen. Dazu werden individuelle Belastungen eingerechnet, auf die die Befreiung von der Rezeptgebühr keine Rücksicht nimmt. Es werden zB Miete, Betriebskosten, Unterhaltszahlungen, Kindergarten- und Hortgebühren sowie Raten für manche Kredite - zumindest teilweise - berücksichtigt.

Dies bedeutet, dass in jedem Einzelfall die Aufwendungen für die Rezeptgebühr mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln gegengerechnet werden.

Nähere Auskünfte erhalten Sie bei der oö. Gebietskrankenkasse.

Können Menschen mit Beeinträchtigung automatisch befreit werden?

Nach den Richtlinien des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger kommt eine Befreiung von der Rezeptgebühr unter anderem auch in Betracht, wenn in Einzelfällen eine länger dauernde medikamentöse Behandlung erforderlich ist, die im Hinblick auf die wirtschaftlichen Verhältnisse des Versicherten eine nicht zumutbare Belastung mit Rezeptgebühren zur Folge hätte.

Eine generelle Befreiung von Menschen mit Beeinträchtigung von der Bezahlung der Rezeptgebühr ist allerdings sachlich nicht gerechtfertigt, da nicht jede Beeinträchtigung einen erhöhten Bedarf an Medikamenten etc. nach sich zieht.

Nähere Informationen

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Mag. Michaela Harrer-Schütt
Tel.: +43 7672/ 27 550 10112
Mail: harrer-schuett.michaela@ooe.lebenshilfe.org