Anders als ‚normal‘?

von Lebenshilfe Oberösterreich (Kommentare: 0)

Paul Punkenhofer arbeitet in der Holz-Gruppe der Werkstätte Freistadt. Er arbeitet auch in der Braucommune. Im Freien Radio Freistadt hat er über sich selbst gesprochen.

Er erzählt, welche Bedeutung Arbeit für ihn hat. Und wie es für ihn ist, ein Mensch mit Beeinträchtigung zu sein.

„Meine Beeinträchtigung empfinde ich nicht als solche. Ich habe das von Geburt an und das ist einfach so.“, erklärt Paul Punkenhofer. Er ist viel unterwegs und kennt unterschiedliche Reaktionen auf seine Beeinträchtigung: „Die Leute schauen halt. Viele wissen, dass ich eine Beeinträchtigung habe, viele wissen es nicht. Manche fragen auch: Was hat er, woran liegt das? Ich erkläre dann: wir sind nicht krank, wir haben nur unsere speziellen Schichten. Die hat jeder. Bei manchen Menschen sind Probleme halt offensichtlicher als bei anderen“.

Gleichzeitig sieht Paul Punkenhofer auch die Stärken seiner Persönlichkeit: „Ich spüre viel, was für andere nicht offensichtlich ist. Meine Behinderung gibt mir die Kraft dazu. Ich empfinde sie daher eher als geistige Hilfe“. An der Haltung der Gesellschaft übt er Kritik: Wir stehen an der Kette der Gesellschaft oft an unterster Stelle. Am letzten Glied fängt man an zu sparen, das ist nicht richtig“.

Entwicklungshelfer

Paul Punkenhofer sieht sich selbst als Integrationshilfe für „normale Leute“, denn er erklärt ihnen, was in den Werkstätten der Lebenshilfe gemacht wird. „Die Leute sehen durch unsere Arbeit, was wir eigentlich leisten. Wir Beeinträchtigten wollen ja auch wie normale Bürger behandelt werden“, erklärt er.

Deshalb war es ihm auch ein Anliegen, an seinem Integrativen Beschäftigungsplatz in der Braucommune mit Arbeitskleidung ausgestattet zu werden. „Das ist ein Zeichen der Zugehörigkeit und die Kollegen sehen, dass wir Kollegen sind und nicht irgendwelche Leute, die im Betrieb herumlaufen“, so der 30-Jährige. 

Normalität durch Arbeit erleben

„Ich bin ein Arbeitstier. Ich brauche Beschäftigung, sonst würde mir fad. Und durch die Arbeit kann ich etwas weitergeben“, erklärt Paul Punkenhofer. Gleich drei Beschäftigungen geht er nach: Der Arbeit in der Holzgruppe der Werkstätte, Integrative Beschäftigung in der Braucommune sowie seinem Engagement im Verein Otelo. Zusätzlich hält er sich durch Sport fit.

 

Beschäftigung ist jedoch nicht der einzige wichtige Aspekt von Arbeit. „Ich will selber Geld verdienen – wie ein normaler Mensch. Normale Menschen gehen auch Arbeiten“, so Paul Punkenhofer. Nicht zu vergessen sind auch die Arbeitskollegen: „In der Gruppe ist es lustiger und man schafft mehr, als alleine.“ „Ich will das einfach machen, ich gehe gerne arbeiten. Und es hilft, geistig fit zu bleiben“, fasst der Klient der Werkstätte Freistadt zusammen.
 

Steckbrief:

Name: Paul Punkenhofer

Alter: 31

Bei der Lebenshilfe seit: 2004

Beschäftigt in: Holzgruppe der Werkstätte Freistadt

Wohnhaft in: Weitersfelden

Hobbies: unter Leuten sein, draußen bewegen, Radfahren Einkaufen

Zur Newsübersicht

Einen Kommentar schreiben

Kommentar