Eine echte Chance am Bauhof Pinsdorf

von Lebenshilfe Oberösterreich (Kommentare: 0)

v. l. n. r.: Bauhofleiter Otto Rohrhofer, Mario Dederich und Bürgermeister Ing. Dieter Helms freuen sind über die Teamzusammenstellung am Bauhof.
Mario Dederich unterstützt den Bauhof als Hilfsarbeiter bei Aufgaben wie Rasen mähen, Schnee schaufeln, Hecken schneiden und vielem mehr.
Mario Dederich und Bauhofleiter Otto Rohrhofer sind häufig im Team im Einsatz.

Die Gemeinde Pinsdorf bietet Mario Dederich, einem Beschäftigten der Lebenshilfe-Werkstätte Gmunden, die Chance auf den ersten Arbeitsmarkt zu wechseln. Der 20-Jährige arbeitet seit Jänner im Rahmen der Integrativen Beschäftigung am Bauhof in Pinsdorf, nach einem Jahr soll er 2022 als fixer Mitarbeiter übernommen werden.

„Wir sind zwar nur eine kleine Gemeinde, aber Platz für einen Menschen mit Beeinträchtigung haben wir allemal“, sagt Ing. Dieter Helms, Bürgermeister der Gemeinde Pinsdorf. Mario Dederich hat sich wie viele andere auf die freie Stelle am Bauhof beworben und nach vier Schnupperwochen stand fest: „Der wär was für uns“. In Form eines einjährigen Praktikums im Rahmen der Integrativen Beschäftigung, das dann in ein fixes Dienstverhältnis übergehen soll, erhält Mario Dederich als einer der wenigen Menschen mit Beeinträchtigung einen Arbeitsplatz am ersten Arbeitsmarkt.

„Ich finde es gut, dass einem Menschen mit Beeinträchtigung eine Chance gegeben wird. Mario arbeitet sehr gewissenhaft, lernt schnell und steht anderen um nichts nach“, schlägt Bauhofleiter Otto Rohrhofer in dieselbe Kerbe und ergänzt: „es muss aber für beide Seiten passen“. Aus der Sicht von Mario Dederich stehen die Ampeln ebenfalls auf Grün für eine langfristige Zusammenarbeit. „Die Arbeit daugt ma voi, mehr kann ich dazu nicht sagen“, bringt es Dederich auf den Punkt.

Ein Gewinn für alle Seiten – leider jedoch ein Einzelfall

„Leider ist es keine Selbstverständlichkeit, dass jungen motivierten Menschen mit Beeinträchtigung eine Chance am ersten Arbeitsmarkt geboten wird. Die Gemeinde Pinsdorf ist hier wirklich hervorzuheben“, so Anja Wöhry, interimistische Leiterin der Werkstätte Gmunden. Die Gemeinde Pinsdorf ist dabei sogar ‘Wiederholungstäter‘ – bereits der Vorgänger von Mario Dederich war ein Mensch mit Beeinträchtigung. Dabei erfährt die Gemeinde Pinsdorf keinen Nachteil, sondern erhält im Gegenteil einen gewissenhaften Mitarbeiter, der das Team von vier weiteren Bauhofmitarbeitern motiviert ergänzt. Mit seinen Kollegen ist der Hilfsarbeiter im Einsatz und erledigt Aufgaben wie Rasen mähen, Unkraut jäten, Hecken schneiden, Laub kehren, Mistkübel entleeren, Schnee räumen, Zusammenkehren und ist einmal weniger zu tun, betankt er die Fahrzeuge oder sorgt für Ordnung im Bauhof.

„Am liebsten bin ich mit dem Rasenmäher unterwegs – das daugt ma mehr als Schneeräumen“, meint Mario Dederich nach dem langen Winter. Während seine Kollegen mit den Räumungsfahrzeugen unterwegs waren, erledigte Mario beim Schneeschaufeln die Handarbeit im Ort. Das Team ist mittlerweile gut eingespielt, Mario freut sich über den Kontakt zu den Gemeindebürger*innen und auch über deren gelegentliches Lob wie etwa beim Müllsammeln.

Integrative Beschäftigung in der Lebenshilfe OÖ

Im Rahmen der Integrativen Beschäftigung werden Beschäftigte der Lebenshilfe außerhalb von Lebenshilfe-Einrichtungen tätig. Für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung bietet die Integrative Beschäftigung die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und ihre persönlichen Interessen und Fähigkeiten zum Einsatz zu bringen. Unternehmen, die Menschen mit Beeinträchtigung – mit oder ohne Begleitung von Mitarbeitern der Lebenshilfe - die Möglichkeit zur Mitarbeit und Teilhabe bieten, zeigen soziale und Gesellschaftliche Verantwortung. Derzeit zählt die Lebenshilfe Oberösterreich mehr als 100 Kooperationspartner der Integrativen Beschäftigung, die durchwegs positiv über die Kooperation berichten und von motivierten Menschen mit Beeinträchtigung unterstützt werden.

Zur Newsübersicht

Einen Kommentar schreiben

Kommentar