40 Arbeitsjahre geprägt von menschlichen Begegnungen

von Lebenshilfe Oberösterreich (Kommentare: 0)

Vier Mitarbeiter sind bereits seit 40 Jahren in der Lebenshilfe OÖ beschäftigt. Vlnr: Josef Gruber, Gabriele Postl, Mag. Gerhard Scheinast, Dr.in Ute Nussbaumer, Heinrich Huemer. Nicht am Bild: Walter Edtbauer

Vier Mitarbeiter der Lebenshilfe OÖ feiern 2018 ihr 40-jähriges Dienstjubiläum. An ihrem Arbeitsalltag schätzen sie vor allem die prägenden menschlichen Begegnungen mit Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung.

Heinrich Huemer aus der Werkstätte Braunau, Walter Edtbauer aus der Werkstätte Grein, Josef Gruber aus der Werkstätte Regau und Gabi Postl aus Landesleitung der Lebenshilfe OÖ – sie alle können auf ein 40-jährige Arbeitsleben mit Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung zurückblicken. „Alle vier langjährigen Mitarbeiter haben maßgeblich an der Entwicklung der Lebenshilfe OÖ mitgewirkt. Den anstehenden Pensionierungen sehe ich daher mit großem Bedauern entgegen“, so Mag. Gerhard Scheinast, Geschäftsführer der Lebenshilfe OÖ.

Pionierarbeiter verabschiedet sich in den Ruhestand

Heinrich Huemer, Leiter der Lebenshilfe-Werkstätte in Braunau, trat mit Anfang Juni den Ruhestand an. 1978 hat er als Mitarbeiter der Werkstätte Braunau gestartet, 1992 übernahm er die Leitung der Lebenshilfe-Werkstätte. Mit viel Gestaltungsfreiheit leistete er Pionierarbeit in der Entwicklung der Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigung. Zunehmend standen dabei die Interessen und Fähigkeiten der einzelnen Person, die von der Lebenshilfe OÖ begleitet werden, im Vordergrund. „Auch die Akzeptanz der Bevölkerung ist heute größer – das hat sich Schritt für Schritt entwickelt“, blickt Heinrich Huemer zurück. Er schätzte vor allem den wertschätzenden, menschlichen Umgang im Unternehmen: „Als Leiter hatte ich ein vielseitiges Arbeitsumfeld, das einerseits fordernd, aber auch persönlich gewinnbringend war. Vor allem die tollen menschlichen Begegnungen, die ich hier erleben durfte, werde ich gerne in Erinnerung behalten“, so Heinrich Huemer.

Mit den Fähigkeiten von Menschen mit Beeinträchtigung überraschen

Walter Edtbauer startete sein Arbeitsverhältnis mit der Lebenshilfe OÖ als Betreuer in Linz. Als 1981 die Werkstätte in Grein eröffnet wurde, übernahm er ihre Leitung. „1981 haben wir mit sechs Klienten gestartet – nun haben wir in Grein 82 Klienten in drei Einrichtungen“, umreißt Edtbauer die Geschichte der Lebenshilfe in Grein. Eine besonders einschneidende Veränderung war für ihn die Gründung der ersten Außengruppe, die Reinigungs- und Gartenarbeiten für die Gemeinden Grein und Waldhausen erledigt. „Damit hat sich der Ruf und die Bekanntheit der Lebenshilfe maßgeblich verändert. Die Leute waren überrascht, welche Fähigkeiten Menschen mit Beeinträchtigung haben. Mit ihrer Arbeitsleistung wurden unsere Klienten immer sichtbarer in der Region und dadurch immer mehr zu einem anerkannten Teil der Gesellschaft“, beschreibt Walter Edtbauer.

Es folgten viele Projekte, wie etwa die Gründung einer eigenen, inklusiven Theatergruppe und zahlreiche Kunstprojekte. „Durch die ständige Veränderung und das Vertrauen der Geschäftsführung, die uns ermöglicht hat, immer neue Dinge auszuprobieren, hat sich nie eine Routine eingeschlichen“, blickt Edtbauer zurück.

Menschen mit Beeinträchtigung in die Selbstständigkeit führen

„Eine der zentralen Leitideen in der Lebenshilfe OÖ ist die Selbstbestimmung von Menschen mit Beeinträchtigung. Die Interessenvertretungen bei diesem Prozess zu begleiten und sie dabei zu unterstützen, zu ihren Wünschen und Bedürfnissen zu stehen und deren Umsetzung einzufordern, war für mich eine interessante lehrreiche Aufgabe.“, so Gabriele Postl, Koordinatorin der Interessenvertretung in der Landesleitung der Lebenshilfe OÖ. Nach ihrer Zeit als Betreuerin in der Werkstätte Vöcklabruck und diversen Aufgabenbereichen in der Landesleitung hat Gabriele Postl die Interessenvertretung - darunter versteht man gewählte Vertreter von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung, die für sich selbst und ihre Kollegen sprechen – aufgebaut. „Der Abschied von den Interessenvertretungen hat mich sehr bewegt und mir gezeigt, welche Entwicklungen es gegeben hat, wie viel erreicht wurde und welche wertvollen persönlichen Beziehungen im Laufe der Jahre entstanden sind. Diese Arbeit ist noch lange nicht zu Ende, wir sind auf dem Weg, dass Menschen mit Beeinträchtigung eine starke politische Stimme entwickeln“, so Gabriele Postl.

40 Jahre nahe am Menschen

Josef Gruber, Fachsozialbetreuer der Lebenshilfe-Werkstätte Regau, wollte nie in eine Leitungsposition wechseln, um keine Minute des Kontaktes zu Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung gegen administrative Aufgaben zu tauschen. „Den Umgang mit Menschen habe ich immer sehr geschätzt. Die schönsten Erlebnisse sind bei den Ferienaufenthalten entstanden, bei denen man seine Kollegen und Klienten auf einer ganz anderen Ebene kennenlernt“, blickt er zurück. Er hat 1978 als Zivildiener in der Werkstätte Vöcklabruck gestartet; damals gab es in ganz Oberösterreich nur insgesamt fünf Einrichtungen der Lebenshilfe. 1988 wechselte er in die Werkstätte Regau, wo ein Jahr lang Umbauarbeiten gemeinsam mit den Klienten vorgenommen wurden. „Das war ein besonders tolles Jahr“, so Gruber.

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