„Jeder soll individuell seinen Weg gehen!“

von Lebenshilfe Oberösterreich (Kommentare: 0)

Erwin Fischer spricht über seinen Job als Einrichtungsleiter in der Werkstätte Haag und über den Alltag der Klienten in der jüngsten Lebenshilfe-Werkstätte.

Schon vor dem Betreten der neuen Werkstätte der Lebenshilfe öffnet sich die Tür von selbst. Für den Besucher ein Zeichen, dass man willkommen ist. Und ein freundlicher Leiter des Hauses, Erwin Fischer, begrüßt mit einem kräftigen Handschlag. Wieder ein Zeichen: Der Mann weiß, was zu tun ist! „Wir betreuen 25 Klienten mit verschiedensten Beeinträchtigungen zwischen 17 und 58 Jahren, neun Mitarbeiter stehen mir zur Seite und wir haben eine fixe Tagesstruktur, aufgeteilt in vier Gruppen“, sagt er. Eine Gruppe ist heute unterwegs, um Einkäufe zu erledigen. „Schließlich können wir kein Bratl ohne Rein, keine Torte ohne Tortenform auf den Tisch bringen“, so Fischer. Kochen spricht alle Sinne an: Was will ich? Woher kommt das? Was brauche ich? Wo kaufe ich ein? Wie schmeckt das, wie riecht es? Das fordert die Klienten!

Die Servicegruppe ist zuständig für den Speisplan, die Deko, die Essenbestellung, die Essensausgabe, das Servieren und den Abwasch. Ernestine arbeitet hier mit ihren Kollegen und ist auch Haussprecherin und sie vertritt die Interessen der Klienten. Jasmin Hillberger, Absolventin des Kollegs für Sozialpädagogik,  betreut die Gruppe, hat hier ihren ersten fixen Job  „und ich kann mich hier voll entfalten“, erzählt sie. Die kreative Gruppe arbeitet an Bildern im Jahreskreis, sie arbeitet mit Papier, Holz und Ton.

Markus, 19, arbeitet mit einem Tablet, um kommunizieren zu können. Lukas Voraberger, ein Zivi, fragt ihn. „Ich will spazieren gehen, bin Bayern-Fan und Formel 1-Fan“, so die Antworten aus dem Tablet.„Sehr gut kommen auch die Traumreisen im Snoozelenraum, einem Ort der Entspannung, und die Geschichten- und Liederstunden an“, erzählt Fischer. „Jeder soll individuell zu sich finden und wir versuchen, jeden individuell auf seinem Weg zu begleiten“, so Fischer.

Integrative Beschäftigung wird auch groß geschrieben: Bei SPAR in Schlüsselberg und bei der Gemeinde Haag sind Klienten eingesetzt. Außerdem werden Industriearbeiten erledigt wie Produkte sortieren und verpacken.

Zur täglichen Routine gehört natürlich auch die basale Versorgung, die vom Wickeln bis zum Baden reicht. „Und viel Schreibarbeit, denn wir müssen alles dokumentieren“, sagt Fischer. Und dabei stöhnt er ein bisschen...

Der Besucher spürt, dass hier ein guter Geist herrscht und die Klienten gut aufgehoben sind. Gibt es offene Wünsche? „Ja, sehr viele, wir sind zum Teil auf Spenden angewiesen, um so manchen Sonderwunsch erfüllen zu können, das reicht von einem Ausflug über einfache Werkzeuge  bis hin zu Sportgeräten“, sagt Fischer.          

Erwin Fischer im Wordrap

Alter: 41

Stand: verheiratet, 3 Kinder

Wohnort: Andorf und Innviertler mit Leib und Seele

Sozialberuf seit: 2010

früherer Beruf: Zimmermann

Freizeit: Familie, Fischen, Singen

Reiseziel: Nirgendwo ist es so schön wie daheim

Lebensmotto: Geht nicht, gibt`s nicht

Bier oder Wein: Bier

Schweinsbraten oder Fisch: beides

Größte Herausforderung in Haag: Werkstätte Haag

Ziele in Haag: Wenn`s den Mitarbeitern gut geht, geht`s den Klienten gut und umgekehrt

Artikel von Gerd Rabe, Obmann der Arbeitsgruppe Ried

Zur Newsübersicht

Einen Kommentar schreiben

Kommentar