Lebenshilfe-Werkstätte Münzkirchen feiert 40-jähriges Jubiläum

von Lebenshilfe Oberösterreich (Kommentare: 0)

In der Werkstätte Münzkirchen der Lebenshilfe Oberösterreich arbeiten 48 Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung – ein Tätigkeitsfeld ist die Erledigung verschiedener Dienstleistungen für Unternehmen.
Das Team vom Vichtensteiner Laden - v. l. n. r.: Bernhard Scharinger, Christine Weirethmayer, Julia Hagn, Sebastian Bauer – kann auf das erste erfolgreiche Jahr anstoßen.
Seit drei Jahren arbeitet die Lebenshilfe-Werkstätte Münzkirchen erfolgreich mit dem Kurhaus Schärding zusammen. Die Beschäftigten erledigen diverse Gartenarbeiten im Kurpark und haben die Bienenstöcke mit Willi und Biene Maja verziert.
Bezirkshauptmann Dr. Rudolf Greiner schnitt mit Maria Bachmaier, Obfrau der Arbeitsgruppe Schärding der Lebenshilfe, den Geburtstagskuchen an.

Die Werkstätte Münzkirchen der Lebenshilfe Oberösterreich bietet seit mittlerweile vierzig Jahren für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung ein breit gefächertes Arbeits- und Beschäftigungsangebot. Zum Jubiläum blickt man stolz auf die sich im Laufe der Jahre entwickelten erfolgreichen Kooperationen mit Unternehmen und Partner*innen der Region sowie der Eröffnung des Vichtensteiner Ladens zurück. Der Hofladen ist der dritte Standort der Werkstätte und hat sich im ersten Jahr seines Bestehens zu einem beliebten Treffpunkt im Ort entwickelt.

Die Werkstätte Münzkirchen der Lebenshilfe Oberösterreich wurde im Herbst 1981 im ehemaligen Gasthaus Neudorder als Arbeitsplatz für zwölf Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung eröffnet. 40 Jahre später ist die Werkstätte mit drei Standorten Arbeitsstätte für 48 Menschen mit Beeinträchtigung. Das Hauptgebäude befindet sich seit 2008 am Bachweg, in der Danratherstraße gibt’s seit 2011 eine Außenstelle und im vergangenen Jahr ist mit dem Vichtensteiner Laden ein dritter Standort dazugekommen.

Die Vielfalt der unterschiedlichen Arbeits- und Beschäftigungsangebote in der Werkstätte ermöglicht es den Menschen mit Beeinträchtigung eine Arbeit zu finden, die an ihre Ansprüche und Fähigkeiten angepasst ist. In der Werkstätte werden verschiedene Produkte aus den unterschiedlichsten Materialien hergestellt. Die Produktpalette ist groß und reicht von Kerzen, Billets, Sitzkissen, Teppiche bis hin zu verschiedenen Körbe, Tabletts, Vogelhäuser und Nistkästen. Die Produkte können jederzeit zu den Öffnungszeiten der Werkstätte (Montag bis Donnerstag 08.00 bis 16.00 Uhr sowie Freitag 08.00 bis 13.00 Uhr) besichtigt werden. Gerne werden auch individuelle Wünsche umgesetzt und größere oder kleinere Sonderanfertigungen gemacht – darunter auch Teppiche nach Maß.

Zuverlässiger Partner für Unternehmen

Die Werkstätte ist auch zu einem verlässlichen Partner für Unternehmen in der Region geworden. Beschäftigte erledigen diverse Dienstleistungen wie die Herstellung von Montagesackerl, Zuschneiden von Dichtungen und die Montage von Drehlagern in der Werkstätte oder arbeiten in Form einer Integrativen Beschäftigung bei Firmen vor Ort. Im Laufe der vergangenen Jahre haben sich eine Reihe von guten Kooperationen entwickelt. So hilft eine Beschäftigte beim Keimlingsbäcker beim Verpacken, Etikettieren und übernimmt diverse Reinigungsarbeiten und ein Beschäftigter unterstützt das Team des Kirchenwirtes in Schadenberg in der Küche. Eine weitere tolle Kooperation gibt es mit dem Kindergarten in Freinberg, wo eine Beschäftigte regelmäßig in einer Gruppe ist und da etwa mit den Kindern spielt oder ihnen Geschichten erzählt sowie dem Kurhaus Schärding. Eine Gruppe von bis zu sieben Beschäftigten arbeitet regelmäßig im Kurpark und erledigt diverse Gartenarbeiten wie Laub rechnen, Hecken schneiden, Unkraut jäten oder Wege säubern.

„Wir haben vor drei Jahren mit der Zusammenarbeit begonnen und sie läuft seither sehr gut und unkompliziert – wir kommen sobald es etwas zum Tun gibt und erledigen alles gewissenhaft“, sagt Werkstättenleiter Gerhard Lautner. Der 46-Jährige leitet die Werkstätte seit fünfzehn Jahren und begleitet und unterstützt die Beschäftigten mit seinem 22-köpfigen Team sowie zwei Zivildienern. Das Team ist gut eingespielt und kennt die Beschäftigten gut. Die Hälfte der Mitarbeiter*innen arbeitet bereits seit über zehn Jahren in der Lebenshilfe-Werkstätte – darunter auch Lautner, der heuer sein 25-jähriges Dienstjubiläum gefeiert hat. Gefragt nach dem Schönen an seinem Beruf, muss er nicht lange überlegen: „Es gibt täglich neue Herausforderungen. Man kann für die Beschäftigten so viel erreichen und erlebt deren Entwicklung mit.“ Ein Beispiel dafür sei der Vichtensteiner Laden, der seit Herbst 2020 Arbeitsplatz für vier Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung ist. Die Beschäftigten arbeiten mit großem Einsatz, viel Engagement und Freude. Die neue Arbeitsstelle war für sie ein großer Schritt für mehr Selbstbestimmung. „Ihr Umfeld wurde durch den Laden stark erweitert und ihr Auftreten ist in der Zeit sehr sicher geworden.“ Der Hofladen mit landwirtschaftlichen Produkten von bäuerlichen Direktvermarktern aus der Region hat bereits im ersten Jahr viele Stammkunden gewonnen, die regelmäßig einkaufen kommen sowie gemütlich einen Kaffee trinken und ein Stück Kuchen genießen. Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag 9.00 bis 12.00 sowie 13.00 bis 16.30 Uhr und Samstag 9.00 bis 12.00 Uhr.

Auszeichnung für Vichtensteiner Laden

Ein Beweis für den Erfolg des Hofladens, der in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Vichtenstein geplant und zu 60 Prozent von LEADER Sauwald-Pramtal finanziert wurde, ist die jüngste Auszeichnung bei der Ortsbildmesse: Der Vichtensteiner Laden wurde Innviertel-Sieger. „Ein großer Dank an mein gesamtes Laden-Team für deren Einsatz – besonders an Christine Weirethmayer und Julia Hagn als die Laden-Verantwortlichen – sowie an Bürgermeister Andreas Moser. Er ist eine tolle Unterstützung und hat das gesamte Team anlässlich der Auszeichnung zu einem Essen eingeladen.“

Das vierzigjährige Jubiläum der Werkstätte wurde im Sommer unter Einhaltung der Corona-Bestimmungen mit einem kleinen Fest gefeiert – dabei die ehemaligen Leiter der Werkstätte Robert Wallner und Paul Gansinger, der Bürgermeister aus Münzkirchen Helmut Schopf, der Bürgermeister aus Vichtenstein Andreas Moser und Bezirkshauptmann Dr. Rudolf Greiner. Dr. Greiner hat den Geburtstagskuchen gesponsert und diesen gemeinsam mit Maria Bachmaier, Obfrau der Arbeitsgruppe Schärding der Lebenshilfe, angeschnitten. Sechs Beschäftigte, die bereits seit vielen Jahren in der Werkstätte sind, wurden geehrt – darunter drei, die bereits seit Beginn in der Werkstätte arbeiten. Eine Beschäftigte wurde in die Pension verabschiedet. Musikschullehrerin Bernadette Strasser, M.A. sorgte gemeinsam mit ihrer Schwester und deren beiden Kindern für die musikalische Umrahmung der Feier.

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