Menschen mit Beeinträchtigung geben Einblick in ihren Corona-Alltag

von Lebenshilfe Oberösterreich (Kommentare: 0)

Um einen Beitrag zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus zu leisten, bleiben Bewohner*innen in den Wohnhäusern und arbeiten im Home-Office.
„Zusammen sind wir stark“, rufen die Bewohner*innen aus dem Lebenshilfe-Wohnhaus Grein zum Miteinander auf.
Wenn es das Wetter zulässt, dann ist Friedrich Holzer, Bewohner im Lebenshilfe-Wohnhaus in Grein, zum Zeitvertreib während des Lockdowns draußen mit seinem E-Rolli unterwegs.

Am 3. Dezember ist Internationaler Tag der Menschen mit Beeinträchtigung. Eine Gruppe, die in der Gesellschaft wenig gehört und eingebunden wird – auch in der aktuellen Krise. Zeit, das zu ändern: Bewohner*innen und Beschäftigte der Lebenshilfe Oberösterreich berichten ab sofort auf der Facebook- und Instagram-Seite der Lebenshilfe OÖ über ihren Corona-Alltag. 

Angst um die eigene Gesundheit und die seiner Liebsten, Isolation, Sehnsucht nach gewohnten Strukturen und Normalität. Menschen mit und ohne Behinderung haben aktuell mit denselben Themen zu kämpfen. Der große Unterschied: Erstere sind insgesamt viel weniger sichtbar in der Gesellschaft und werden daher auch in der aktuell schwierigen Zeit weniger gehört und eingebunden. Die Lebenshilfe Oberösterreich macht anlässlich des Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember einmal mehr darauf aufmerksam.

Aufholbedarf bei der Inklusion

„Unseren Beschäftigten und Bewohner*innen geht es aktuell wie allen anderen Menschen auch: Sie sehnen die Normalität zurück“, sagt Geschäftsführer Gerhard Scheinast. Gleichzeitig ist klar: Die Normalität von Menschen mit Beeinträchtigung schaut leider oft noch anders aus: Für sie ist „in normalen Zeiten“ eine gewisse soziale Distanz Alltag. Menschen mit Beeinträchtigung können nicht einfach Fortgehen, Freunde treffen oder Ausflüge machen, wenn ihnen gerade danach ist. Sie sind bei vielen Tätigkeiten auf Hilfe angewiesen und es gibt noch viel Aufholbedarf bei der Inklusion. „Aktuell erleben Menschen ohne Beeinträchtigung zu einer gewissen Weise wie es Menschen mit Beeinträchtigung ihr ganzes Leben lang geht. Nehmen wir diese Erfahrung zum Anlass und gehen wir nach der Krise bewusster aufeinander zu und setzen uns gemeinsam für die Verwirklichung einer inklusiven Gesellschaft ein.“

Die Lebenshilfe Oberösterreich, größter Träger der Behindertenarbeit in Oberösterreich, setzt sich seit ihrer Gründung im Jahr 1969 für eine selbstverständliche Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung in der Gesellschaft ein. In den rund 70 Einrichtungen (Werkstätten und Wohnhäusern) werden knapp 2.000 Menschen begleitet. Um einen Beitrag zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus zu leisten, wurden alle Angehörigen von Menschen mit Beeinträchtigungen in Werkstätten, denen es möglich ist, ersucht, die Begleitung zu Hause zu übernehmen. Die Wohnhäuser sind natürlich uneingeschränkt im Betrieb. Bewohner*innen bleiben zur Reduzierung von Kontakten in den Wohnhäusern. In den Wohnräumen wurden Arbeitsplätze eingerichtet und die Bewohner*innen arbeiten „im Homeoffice“. Daneben vertreibt man sich mit Fernseher und Computer, Bücher, Gesellschaftsspiele, Kochen und Backen oder Spaziergängen die Zeit. Mehr über ihren Corona-Alltag, ihre Wünsche und Sorgen, erzählen Menschen mit Beeinträchtigung ab sofort auf der Facebook- und Instagram-Seite der Lebenshilfe OÖ.

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