Münzkirchen für alle!

von Lebenshilfe Oberösterreich (Kommentare: 0)

Beschäftigte und Bewohner*innen der Lebenshilfe OÖ pflanzten im Beisein von Bürgermeister Helmut Schopf gemeinsam mit Schüler*innen des Polytechnischen Lehrgangs der Mittelschule einen Wunschbaum.
Anlässlich des Tages der Inklusion am 5. Mai machte die Lebenshilfe OÖ in der Gemeinde Münzkirchen auf die Bedeutung von Inklusion zur Selbstbestimmung von Menschen mit Beeinträchtigung aufmerksam.
Bürgermeister Helmut Schop mit Gedrit Molliqaj, Beschäftiger der Lebenshilfe OÖ.

Inklusion in der Gemeinde ist der Schlüssel zur Selbstbestimmung von Menschen mit Beeinträchtigung. Die Gemeinde Münzkirchen tut bereits sehr viel für ein gutes Miteinander. Anlässlich des Tages der Inklusion am 5. Mai übergab die Lebenshilfe Oberösterreich gemeinsam mit Schüler*innen an die Gemeinde einen Wunschbaum und einen von der Lebenshilfe Österreich erstmals erstellten Inklusions-Leitfaden. Gemeinsam möchte man die Gemeinde zukünftig noch inklusiver machen und Barrieren weiter abbauen.

Über 50 Menschen mit Beeinträchtigung wohnen und arbeiten bei der Lebenshilfe OÖ in der Gemeinde Münzkirchen. Werkstätte und Wohnhaus sind gut im Ort integriert. Es gibt laufend gegenseitige Besuche zwischen dem Polytechnischen Lehrgang der Mittelschule und dem Wohnhaus. Die Integrations-Volks- und Mittelschule benützt den Snoezelenraum der Lebenshilfe mit. Ein tolles aktuelles Projekt ist das inklusive Theater INNklusiv „die Sauwaldstory“, das von der LEADER-Region Sauwald- Pramtal gefördert wird. Dabei wirken auch zwei Bewohner*innen und ein Beschäftigter der Lebenshilfe mit. Prämiere ist am 15. Mai, 17 Uhr in der Landesmusikschule Münzkirchen. Geplant ist weiter eine inklusive Turngruppe vom ÖTB, die im Herbst starten soll.

Wunschbaum gesetzt

Anlässlich des Tages der Inklusion am 5. Mai machte die Lebenshilfe OÖ mit einer Aktion in der Gemeinde auf die Bedeutung von Inklusion zur Selbstbestimmung von Menschen mit Beeinträchtigung aufmerksam. Beschäftigte und Bewohner*innen der Lebenshilfe OÖ pflanzten im Beisein von Bürgermeister Helmut Schopf gemeinsam mit Poly-Schüler*innen zentral im Ort neben der Mittelschule und gegenüber dem Gemeindeamt einen Wunschbaum.

Der Baum wurde von der Baumschule Ernst Junger gespendet und als Zeichen der Vielfalt mit vier verschiedenen Apfelsorten veredelt. „Wir, die Lebenshilfe OÖ sowie die Mittelschule Münzkirchen, werden uns gemeinsam um den Baum kümmern“, freute sich Markus Friedl, Leiter des Lebenshilfe-Wohnhauses über das sichtbare Zeichen, die Gemeinde gemeinsam noch inklusiver zu machen.

Die Schüler*innen haben Botschaften, was es für noch mehr Inklusion braucht, vorgetragen und den Baum damit geschmückt. Inklusion wird aktuell schwerpunktmäßig im Unterreicht behandelt, alle waren mit viel Motivation und großem Interesse dabei. Weiters waren Maria Bachmaier, Obfrau der AG Münzkirchen der Lebenshilfe OÖ, Direktor der Mittelschule Münzkirchen Christoph Wallenstein, Direktor der Integrations-Volksschule Karl Reidinger, Vertreter*innen vom ÖTB und Thomas Diesenberger, Initiator INNklusiv anwesend.

Inklusions-Leitfaden übergeben

Der erstmals von der Lebenshilfe erstellte Inklusions-Leitfaden wurde an den Bürgermeister übergeben. „Wir haben vereinbart, dass wir ab Herbst 2022 regelmäßig Besprechungen machen, bei denen wir gemeinsam daran arbeiten, die Gemeinde noch inklusiver zu machen“, lädt Markus Friedl alle Interessent*innen dazu herzlich ein. Gemeinsam will man Diskriminierung vermeiden und Barrieren weiter abzubauen.

Weiters hat Friedl dem Bürgermeister, den Direktoren der Volksschule und Neuen Mittelschule sowie dem ÖTB Webseitenanalysen von Sozialarbeiterstudent*innen der FH Linz mit Empfehlungen, wie diese barrierefreier gestaltet werden können, übergeben. Der Bürgermeister hat zugesagt, diese bei der aktuellen Neugestaltung der Webseite einfließen zu lassen.

Aktionen in ganz Österreich: Menschen mit Behinderungen gehen aktiv auf Gemeinden zu

In den meisten Gemeinden ist das Bild von Inklusion noch nicht Realität. Selbstvertreter*innen und Angehörige der Lebenshilfe fordern daher ihr Recht auf selbstbestimmtes Wohnen und Leben ein. Selbstbestimmt Wohnen bedeutet, sich den Wohnort und die Wohnform selbst aussuchen zu können. Selbstbestimmtes Wohnen heißt auch, dass man frei entscheiden kann, ob man alleine oder mit wem man gemeinsam wohnen möchte. Zentrale Aspekte für selbstbestimmtes Wohnen sind daher Wahlmöglichkeiten, Sozialraumorientierung, der Zugang zu notwendigen Unterstützungs- und Assistenzleistungen und ein barrierefreies Umfeld. Länder und Gemeinden sind gefordert, diesbezüglich das entsprechende Umfeld sicherzustellen.

Anlässlich des Tages der Inklusion am 5. Mai treten Menschen mit Beeinträchtigung für ihr Recht auf Teilhabe und Inklusion ein. Das Recht auf ein „Selbstbestimmtes Leben und Inklusion in der Gemeinschaft“ ist im Artikel 19, der bereits 2008 ratifizierten Behindertenrechts-Konvention, verbrieft. Mit dem neuen Leitfaden unterstützt die Lebenshilfe Bürgermeister*innen, eigene Aktionspläne zur Umsetzung des Menschenrechts auf Wohnen und auf ein Leben in der Gemeinschaft zu entwickeln.

Beschäftigte und Bewohner*innen der Lebenshilfen in Österreich überreichen daher den Leitfaden für Inklusion in den Gemeinden in den kommenden Wochen und Monaten an zahlreiche Bürgermeister*innen und stehen als Expert*innen in eigener Sache für Fragen rund um das Thema Barrierefreiheit und Inklusion beratend zur Seite. Mehr zum Thema Inklusion in den Gemeinden und der Leitfaden sind unter folgendem Link abrufbar: lebenshilfe.at/inklusion/themen/selbstbestimmt-wohnen

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