Neues Lebenshilfe-Wohnhaus in Unterweißenbach: Mitarbeiter*innen dringend gesucht

von Lebenshilfe Oberösterreich (Kommentare: 0)

Wohnhausleiter Walter Hörleinsberger freut sich auf die Inbetriebnahme des neuen Lebenshilfe-Wohnhauses in Unterweißenbach – damit aber alle 15 Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung einziehen können, sucht man noch dringend Mitarbeiter*innen.
Mag. Gerhard Scheinast, Geschäftsführer der Lebenshilfe OÖ, (2. Reihe links) und Walter Hörleinsberger, Leiter des Wohnhauses in Unterweißenbach mit den zwei zukünftigen Bewohner*innen Margarete Tober (links) und Margit Atteneder.
Margarete Tober freut sich bereits riesig auf den Einzug und das Einrichten ihres Zimmers.
15 Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung bekommen in Unterweißenbach ein neues Zuhause im Wohnhaus der Lebenshilfe OÖ.

15 Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung bekommen in Unterweißenbach ein neues Zuhause. Damit das neu gebaute Wohnhaus der Lebenshilfe OÖ aber vollständig in Betrieb gehen kann, werden noch dringend Mitarbeiter*innen für die Begleitung und Unterstützung der Bewohner*innen gesucht.

Die Warteliste für einen Wohnplatz für Menschen mit Beeinträchtigung in Oberösterreich ist lang. Umso erfreulicher ist es, wenn wieder ein neues Wohnhaus gebaut wird, so wie in Unterweißenbach. 15 Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung bekommen aufgeteilt auf zwei Wohngruppen im neuen Wohnhaus der Lebenshilfe Oberösterreich ein neues Zuhause. Weiter steht ein Platz für Kurzzeitwohnen zur Verfügung.

Die Vorfreude bei den zukünftigen 15 Bewohner*innen − Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung im Alter von 17 bis 60 Jahren – ist groß. „Ich freue mich, da ich durch den Einzug in das Lebenshilfe-Wohnhaus selbständiger werden kann“, sagt Margit Atteneder. Die 42-Jährige hat bisher bei ihren Eltern in der Nachbargemeinde Kaltenberg gewohnt und musste lange auf den betreuten Wohnplatz warten. Ähnlich geht es Simon Windischhofer, der sich nun mit 43 Jahren endlich auf ein eigenes Reich freut: „Ich stelle mir das Leben im Wohnhaus sehr cool vor, weil ich dann selber für mich verantwortlich bin.“ Die 51-jährige Margarete Tober freut sich besonders auf das gemeinsame Kochen und die großzügige Terrasse.

Möglichkeit für Einstieg in Behindertenfachbereich

Sieben der insgesamt 15 Bewohner*innen einer Wohngruppe können ab 8. März einziehen. Damit aber auch die zweite Wohngruppe starten kann, werden noch dringend Mitarbeiter*innen benötigt. Es wird Personal für die Begleitung und Unterstützung der Bewohner*innen (Fachsozialbetreuer*innen mit Schwerpunkt Behindertenbegleitung/ -arbeit oder gleichwertiger Ausbildung) sowie für die Pflege (Diplomierte*r Gesundheits- und Krankenpfleger*in, Pflegefachassistenz, Pflegeassistenz/Pflegehelfer*innen) gesucht. „Wir freuen uns aber auch über Personen, die gerade erst mit einer entsprechenden Ausbildung begonnen haben, oder Quereinsteiger, die eine Ausbildung berufsbegleitend nachholen möchten“, lädt Mag. Gerhard Scheinast, Geschäftsführer der Lebenshilfe Oberösterreich, zum Einstieg in den Behindertenfachbereich ein.

Die Lebenshilfe Oberösterreich ist mit über 1.500 Mitarbeiter*innen und knapp 2.000 zu betreuenden Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung in über 70 Einrichtungen der größte Träger in der Behindertenarbeit in Oberösterreich. Von den in Oberösterreich vorhandenen Wohnplätzen für Menschen mit Beeinträchtigung betreut die Lebenshilfe Oberösterreich ein Fünftel. Die Mitarbeiter*innen-Suche ist regional sehr unterschiedlich, so Mag. Gerhard Scheinast: „In manchen Regionen haben wir überhaupt keine Probleme genug Mitarbeiter*innen zu finden und in anderen wie jetzt in Unterweißenbach ist es wiederum sehr schwierig. Das wir ein Wohnhaus nach Fertigstellung aufgrund fehlender Mitarbeiter*innen nicht in Betrieb nehmen können, gab’s aber noch nie.“

Zukunfts- und krisensichere Jobs

Der Behindertenfachbereich bietet Zukunfts- und krisensichere Jobs. Mitbringen sollte man dafür „ein gutes Verständnis und ein offenes Herz für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung“, so der Lebenshilfe-Geschäftsführer. Das Schöne an der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigung ist die Lebensfreude, die sie ausstrahlen und die direkte Rückmeldung, die die Menschen die sie begleiten und unterstützen von ihnen bekommen. Für Walter Hörleinsberger, Leiter des neuen Wohnhauses in Unterweißenbach, waren dies genau die Gründe, warum er sich nach dem Zivildienst im Wohnhaus in Grein für den Behindertenfachbereich entschieden hat: „Ich habe Tischler gelernt und wusste nach dem Zivildienst, dass ich zukünftig nicht mehr nur mit Materialien, sondern auch mit Menschen arbeiten möchte.“ Hörleinsberger hat in der Werkstätte Unterweißenbach in der Holzgruppe zu Arbeiten begonnen, berufsbegleitend die Ausbildung zum Fachsozialbetreuer und später noch das Diplom gemacht. Vor dem Zivildienst hatte Hörleinsberger keine Berührungspunkte zu Menschen mit Beeinträchtigung und entsprechend auch eine gewisse Scheu vor dem Unbekannten: „Das ist für viele sicherlich ein Grund, warum sie sich einen Job in diesen Bereich nicht vorstellen können. Doch das völlig zu Unrecht.“

Das Lebenshilfe-Wohnhaus in Unterweißenbach könne man sich wie eine WG vorstellen. Jede*r Bewohner*in hat ein eigenes Zimmer mit Sanitärbereich. Daneben nützt jede Wohngruppe eine Küche und ein Wohnzimmer als Gemeinschaftsräume. Der Garten ist von jeder Wohngruppe aus erreichbar. Die Wohnhäuser werden nach dem „Normalisierungsprinzip“ betrieben: „Die Menschen mit Beeinträchtigung haben einen Tagesablauf wie wir alle“, sagt Hörleinsberger. Von Montag bis Freitag geht’s kurz vor 8.00 Uhr in die Werkstätten, am späten Nachmittag ab 16.00 Uhr füllt sich das Wohnhaus wieder mit Leben und es stehen Alltagssachen wie Putzen, Speiseplan erstellen, Einkaufen und Kochen auf der Tagesordnung. Es werden gemeinsame Spaziergänge und Ausflüge gemacht, man nimmt am Sozialleben der Gemeinde teil, bekommt Besuch oder die Bewohner*innen besuchen ihre Familien und Freunde.

Viele Mitgestaltungsmöglichkeiten

„Das Wohnhaus ist kein Hotel, bei uns muss genauso der Müll getrennt und entsorgt, die Wäsche gewaschen und verräumt werden, wie bei jedem anderen auch. Unterstützung bekommen die Bewohner*innen dabei von den Mitarbeiter*innen überall dort, wo sie notwendig ist und gebraucht wird“, sagt Wohnhausleiter Walter Hörleinsberger. Für die Mitarbeiter*innen gebe es im neuen Wohnhaus viele Mitgestaltungsmöglichkeiten: „Ich freue mich auf ein neues Team, das sich bildet und zusammenfindet und in dem jeder seine Fähigkeiten für das Wohl des gesamten Hauses einsetzt.“

Jede*r Bewohner*in darf sich sein neues Zuhause so frei und selbstständig wie möglich gestalten. Die Bewohner*innen haben bereits genaue Vorstellungen, was in ihrem neuen Zuhause nicht fehlen darf. „Ich nehme jedenfalls meine Couch, meinen Fernseher sowie meine zwei Gitarren und meine Stereoanlage von Zuhause mit“, erzählt Simon Windischhofer. Margit Atteneder ist ein Red Bull Salzburg-Fan und wird entsprechend das Zimmer mit Fanartikeln und der passenden Bettwäsche schmücken. Die zukünftige Bewohnerin Margarete Tober hat ihr Zimmer bereits mit einem eigenen Schreibtisch und einem Sofa ausgestattet und war Einkaufen: „Ich habe neue Bettwäsche und Handtücher besorgt.“ Der Umzug der restlichen Sachen ist bereits geplant: „Meine Schwester und mein Schwager helfen mir dabei und bringen meine Sachen mit dem Firmenbus zum Wohnhaus.“

Die Stellenanzeigen für die offenen Stellen im Wohnhaus Unterweißenbach gibt’s auf der Website der Lebenshilfe OÖ: ooe.lebenshilfe.org. Wohnhausleiter Walter Hörleinsberger gibt per E-Mail ltg.wo-unterweissenbach@ooe.lebenshilfe.org oder Telefon 0699 1969 3670 gerne unverbindliche Auskünfte.

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