Neues Wohnhaus wird in Großraming gebaut

von Lebenshilfe Oberösterreich (Kommentare: 0)

Ansicht des geplanten Lebenshilfe-Wohnhauses in Großraming
Bei der Pressekonferenz: Mag. Gerhard Scheinst, Leopold Hollmann, Birgit Gerstorfer, Leopold Bürscher, Maria Garstenauer

Die derzeit acht Bewohner können mit der geplanten Fertigstellung im Herbst/Winter 2018 in eine barrierefreie Wohnung übersiedeln. Zusätzlich entstehen sieben weitere Plätze sowie ein Platz zur Kurzzeitunterbringung.

Momentan nehmen 589 Menschen im Bezirk Steyr-Land eine Leistung nach dem Chancengleichheitsgesetz in Anspruch (Wohnen, Fähigkeitsorientierte Aktivität, Arbeit, Mobile Betreuung und Hilfe, berufliche Qualifizierung etc.). Gleichzeitig haben noch 226 Personen im Bezirk einen Bedarf nach einer oder mehrerer dieser Leistungen angemeldet. Für 207 Personen sind die Bedarfe bereits „sehr dringend“ – und werden damit nach der laufenden Bedarfsanalyse des Landes Oberösterreich innerhalb des nächsten halben Jahres schlagend. Ein großer Teil dieser dringenden Bedarfe bezieht sich auf den Bereich „Wohnen für Menschen mit Beeinträchtigung“ (=109 Personen).

Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer: „Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung werden die Bedarfe nach Angeboten des Oö. Chancengleichheitsgesetzes bis zum Jahr 2020/2021 im Großen und Ganzen ebenso stark ansteigen, wie das schon in den Jahren 2010 – 2016 der Fall war. Danach verflachen die Bedarfskurven deutlich, sodass die Notwendigkeit weiterer Angebotserweiterungen kaum mehr gegeben sein wird. Die Strategie des Sozialressorts kann dann vom Modus „Ausbau“ auf „Halten“ umgestellt werden. Zuvor müssen wir aber intensiv daran arbeiten, die vorhandenen Angebote zu erweitern und zusätzliche Plätze, gerade im Bereich „Wohnen“ zu schaffen. Die unseligen Wartelisten bei Angeboten nach dem Chancengleichheitsgesetz aus der Welt zu schaffen, ist mein oberstes politisches Ziel als Sozial-Landesrätin“.

Neues Wohnprojekt in Großraming erweitert das Angebot

Mit dem nun realisierbaren Wohnprojekt „Haus Kalkalpen“ können die dringlichsten Bedarfe im Bereich „Wohnen“ etwas gemildert und die Wartelisten verkürzt werden. In Summe werden zusätzlich 7 Dauerwohnplätze und 1 Kurzzeitwohnplatz geschaffen: „In Großraming entspricht das im Jahr 1989 in Betrieb genommene Wohnhaus nicht mehr den Anforderungen der Bewohnerinnen und Bewohner. Es ist nicht nur zu klein, sondern es fehlt auch an Barrierefreiheit und es entspricht im Bereich Pflege nicht dem aktuellen Stand. Durch den Neubau wird eine regionale Möglichkeit für Kurzzeitwohnen, zur Entlastung von Familien, geschaffen. Zusätzlich entstehen mit dem Wohnprojekt neue Arbeitsplätze“, so Landesrätin Birgit Gerstorfer.

Projektkosten

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro, finanziert durch das Sozialressort des Landes OÖ und kofinanziert aus EU-Mitteln. Von den anrechenbaren Investitionskosten werden 49% über ELER-Förderung - Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums mitfinanziert.

Der Baubeginn des Wohnhauses „Kalkalpen“ wird für Sommer/Herbst 2017 angestrebt. Geplanter Fertigstellungstermin ist Herbst/Winter 2018.

Gerhard Scheinast, Geschäftsführer Lebenshilfe OÖ

Die Lebenshilfe OÖ erhielt eine Finanzierungszusage für den Bau eines neuen Wohnhauses für Menschen mit Beeinträchtigung in Großraming. Seit mehreren Jahrzehnten ist die Lebenshilfe OÖ in Großraming fest verwurzelt: In der Eisenstraße wohnen acht Menschen mit Beeinträchtigung. Nun erteilte das Land OÖ die Genehmigung für den Bau eines neuen Wohnhauses, das Platz für 15 Bewohner/innen bietet und zudem einen Platz zur Kurzzeitunterbringung vorsieht. „Die Nachfrage nach Wohnplätzen für Menschen mit Beeinträchtigung ist im Bezirk Steyr-Land noch lange nicht gedeckt. Wir freuen uns daher, dass das neue Wohnhaus „Kalkalpen“ Platz für sieben zusätzliche Bewohner bieten wird“, so Gerhard Scheinast, Geschäftsführer der Lebenshilfe OÖ.

Mehr Lebensqualität für bisherige Bewohner

Die derzeit acht Bewohner des Gebäudes in der Eisenstraße können mit der geplanten Fertigstellung im Herbst/Winter 2018 in eine barrierefreie Wohnung übersiedeln, welche größere Zimmer als bisher und Gemeinschaftsräume vorsieht. Zusätzlich entstehen sieben weitere Plätze sowie ein Platz zur Kurzzeitunterbringung. „Die Möglichkeit der Kurzzeitunterbringung fehlte bisher. Dieser ist besonders in familiären Notsituationen ein essentieller Rückhalt für pflegende Angehörige“, erklärt Gerhard Scheinast, Geschäftsführer der Lebenshilfe OÖ.

Gut situiert in einer aufgeschlossenen Gemeinde

Für das neue Wohnprojekt konnte in der Fuchsbergstraße in Großraming bereits ein passendes Grundstück gefunden werden. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich eine Bushaltestelle, eine Bäckerei mit Kaffeehaus sowie Sport- und Veranstaltungsräumlichkeiten der Gemeinde. Besonders erfreulich für die von der Lebenshilfe begleiteten Personen und deren Angehörige ist es, dass der Neubau des Wohnhauses in Großraming erfolgt und so die über Jahre gewachsenen sozialen Gefüge in der Region nicht aufgebrochen werden müssen. Die derzeitigen Bewohner sind gut in die Gemeinde Großraming integriert und nehmen ganz selbstverständlich an Veranstaltungen und regionalen Angeboten teil. „Die Zusammenarbeit in der Gemeinde ist sehr gut – unsere Bewohner werden liebevoll im Ort aufgenommen. Maria liest zum Beispiel Lesungen in der Kirche, Martin erhielt beim Ortslauf motivierenden Applaus. Für regionale Firmen erledigen wir immer wieder Aufträge und stärken im Gegenzug die lokale Wirtschaft durch unsere Anschaffungen“, beschreibt Einrichtungsleiterin Hemma Hammann die lokale Verbundenheit. Für ausgebildetes Fachpersonal entstehen darüber hinaus ca. 10 zusätzliche Arbeitsplätze in der Region; zudem können Zivildienst- und Praktikumsplätze geboten werden.

Statement Bürgermeisterin Leopold Bürscher

Die Lebenshilfe und ihre Menschen sind seit vielen Jahren ein fixer Bestandteil des dörflichen Lebens. Unterstützung für die Lebenshilfe gibt es von der Gemeinde, von Vereinen, Initiativen und Privatpersonen. Bei Veranstaltungen nützt die Lebenshilfe immer wieder die Möglichkeit, ihre Arbeit zu präsentieren, z.B. beim Dorffest, Großraminger Einkaufsnacht, Ausstellungen, Feste,…

Die Gleichstellung von Menschen mit Beeinträchtigungen ist ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Im alltäglichen Leben oder in konkreten Situationen gibt es dennoch immer noch Benachteiligungen, etwa in den Bereichen Bildung, Wohnen, Arbeit, finanzielle Absicherung. Deshalb freut es mich besonders, dass mit diesem Projekt eine Wohneinrichtung geschaffen wird, die sich an den Bedürfnissen der Menschen mit Beeinträchtigung orientiert.  

Das Bauprojekt wurde vom Architekten DI Werner Silbermayr der SGLW Architekten geplant.

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