Präsidentin der Lebenshilfe Oberösterreich mit dem goldenen Verdienstzeichen des Landes ausgezeichnet

von Lebenshilfe Oberösterreich (Kommentare: 0)

Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer überreicht Helga Scheidl das goldene Verdienstzeichen (Foto: Land OÖ/Liedl)
Bei der Auszeichnung vom Land OÖ: DI Stefan Hutter, Mag. Gerhard Scheinast, Helga Scheidl, Thomas Stelzer, Dr. Josef Stockinger, Ulrike Purkart, Albert Ortig (Foto: Land OÖ/Liedl)

Helga Scheidl wurde gestern für ihren ehrenamtlichen Einsatz für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und deren Angehörigen das goldene Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich von Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer überreicht. Die 69-jährige Mutter eines Sohnes mit Beeinträchtigung ist eine Kämpferin, der der höchste Preis des Landes Oberösterreich im Bereich Kultur für ihr jahrzehntelanges unermüdliches Engagement für eine inklusive Gesellschaft gebührt.

Bereits als ihr Sohn Martin im Vorschulalter war, engagierte sich Helga Scheidl bei einem Elternverein für Kinder mit Beeinträchtigung. Dem Kämpferherz der Innviertlerin ist es geschuldet, dass ihr Sohn nicht die Sonderschule, sondern eine der ersten Integrationsklassen Oberösterreichs besuchte. Helga Scheidl fand als Mutter von drei Kindern – der jüngste Sohn mit Beeinträchtigung – die Zeit und Energie, sich in der Öffentlichkeit für die Anliegen von Menschen mit Beeinträchtigung und deren Angehörigen einzusetzen. Sie war nicht nur in einem Elternverein für Kinder mit Beeinträchtigung aktiv, sondern auch Gründungsmitglied des Freizeitclubs Ried im Innkreis. Als ihr Sohn Martin 2001 in der Lebenshilfe-Werkstätte Ried einen Arbeitsplatz fand, begann auch Helga Scheidls mehr als 20-jähriges ehrenamtliches Engagement in der Lebenshilfe. Das goldene Verdienstzeichen für Kunst und Kultur wird an Persönlichkeiten verliehen, die besonders herausragende, überregional wirksame Leistungen im Bereich von Kunst und Kultur erbracht haben.

„Helga Scheidl gehört zu jenen Menschen, die durch ihren außerordentlichen Einsatz das soziale Gesicht unseres Landes formen und aktiv mitgestalten. Ihr großes soziales Engagement, für das ich ihr von Herzen danke, soll durch das goldene Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich vor den Vorhang geholt und entsprechend gewürdigt werden“, betont Landeshauptmann Thomas Stelzer.

„Die Freude ist groß, dass mein ehrenamtliches Engagement im Sozialbereich so wertgeschätzt wird“, sagt Helga Scheidl zur Auszeichnung. Als Einzige im Sozialbereich Aktive erhielt sie gestern das goldene Verdienstzeichen des Landes.

Mehr als 20 Jahre lang in der Lebenshilfe Oberösterreich aktiv

Helga Scheidl engagierte sich über 20 Jahre lang ehrenamtlich für die Lebenshilfe Oberösterreich und verwendete unzählige ehrenamtliche Stunden für die Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und deren Angehörigen. Nach dem Eintritt in die Arbeitsgruppe Ried im Innkreis des Vereins Lebenshilfe Oberösterreich stieg sie bis zur Obfrau auf, engagierte sich parallel im Landesvorstand und stand ab 2011 als Vizepräsidentin und ab 2015 schließlich als Präsidentin an der Spitze des Vereins Lebenshilfe Oberösterreich. Selbst als Präsidentin verlor sie die Aktivitäten der Lebenshilfe in Ried nie aus den Augen und setzte sich für den weiteren Ausbau der Wohnplätze dort ein.

Wohnplätze und Abbau von Barrieren als größte Anliegen

Der Ausbau von Wohnplätzen für Menschen mit Beeinträchtigung sind der Präsidentin der Lebenshilfe Oberösterreich ein besonderes Anliegen. Sie wurde nicht müde, diesen dringlichen Wunsch vieler Eltern und Angehörigen von Menschen mit Beeinträchtigung nach außen zu tragen und wurde regelmäßig bei politischen Entscheidungsträgern vorstellig, um den Abbau der langen Wartelisten bei Wohnplätzen für Menschen mit Beeinträchtigung voranzutreiben. Als betroffene Mutter brachte sie den Anliegen von Vereinsmitgliedern stets viel Verständnis und Empathie entgegen und vertrat die Interessen der Elternorganisation immer authentisch nach außen.

Für Helga Scheidl stand das Wohlergehen von Menschen mit Beeinträchtigung an oberste Stelle. Der Abbau von Barrieren in den Gebäuden, aber vor allem in den Köpfen der Menschen war ihr ein besonders Anliegen. Eine inklusive Gesellschaft voranzutreiben und für Menschen mit Beeinträchtigung einen Platz inmitten der Gesellschaft zu schaffen war ihr eine Herzensangelegenheit. So wurden in ihrer Amtszeit als Präsidentin etwa zahlreiche Kaffeehäuser, Hofläden und Shops eröffnet, um Kontaktpunkte zwischen Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zu schaffen.

Über die Lebenshilfe Oberösterreich

Entstanden aus einer Elterninitiative setzt sich die Lebenshilfe Oberösterreich als größter Träger der OÖ Behindertenhilfe für die Interessen von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und deren Angehörigen ein. In knapp 70 Einrichtungen in den Bereichen Mobile Frühförderung und Familienbegleitung, Kindergärten, Hort, Arbeit sowie Beschäftigung und Wohnen werden von über 1.500 Mitarbeiter*innen rund 2.000 Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung begleitet und gefördert.

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