Seit 25 Jahren steht hier Kunst auf der Tagesordnung

von Lebenshilfe Oberösterreich (Kommentare: 0)

In der Kunstwerkstatt Gmunden wird täglich Kunst geschaffen, und das schon seit 25 Jahren. Zum Jubiläum werden aktuelle Werke von zwölf KünstlerInnen in einer Ausstellung präsentiert und das Vierteljahrhundert bei einem Festakt gefeiert.

Eli Kumpfhuber ist seit ihrer Gründung im Jahr 1993 in der Kunstwerkstätte beschäftigt. Wie ihre KollegInnen ist sie acht Stunden pro Tag, fünf Tage die Woche künstlerisch tätig. Mehr als 120 Ausstellungen und rund 20 „Kunst am Bau / Kunst im Betrieb“-Projekte hat sie mit ihren Kolleginnen bereits realisiert. Ihre Werke wurden für den europ. Kunstpreis EUWARD nominiert und sind u.a. in den Sammlungen von Arnulf Rainer, Kurt Schwertsik, dem Landesmuseum OÖ und Hermann Beil zu finden.

„Meine KollegInnen sind zuallererst einmal Menschen. Ohne das Wort „behindert“ davor zu setzten – einfach nur Menschen“, so Ferdinand Reisenbichler, Leiter der Kunstwerkstatt der Lebenshilfe in Gmunden. Ihm ist es ein besonders Anliegen, das Können seiner KollegInnen in den Vordergrund zu stellen, denn sie bringen Leistungen in die Gesellschaft ein, die als absolut gleichwertig einzustufen ist. „Signaturen bringen wir oft auf der Rückseite der Bilder an, damit der Betrachter ihnen unvoreingenommen entgegentreten kann. Es geht darum, Fähigkeiten sichtbar zu machen, nicht die Behinderung“, erklärt Reisenbichler.

Kunst als Nebenprodukt

Reisenbichler sieht im Malen eine Entwicklungsarbeit in einer sehr intensiven Form, bei der die Kunst nur ein Nebenprodukt ist. „Kunst und in unserem Fall die Malerei ist eine intensive und hochqualifizierte Arbeit an der eigenen Entwicklung und zugleich eine Auseinandersetzung mit der Welt und ihren Gegebenheiten. „Sie ist als Synonym für Sprache zu sehen, eine individuelle Äußerung zu aktuellen, den Menschen direkt betreffenden Themen. Befindlichkeiten, Wünsche und Visionen manifestieren sich im Bild“, erklärt der Mal- und Gestaltungstherapeut sowie bildende Künstler.

Mittendrin in der Kunstszene

Seit nunmehr drei Jahren fungiert die Galerie Tacheles in Gmunden als Dreh- und Angelpunkt von Kunstprojekten zwischen zeitg. Kunst und Outsider Art. Beinahe monatlich beherbergt sie eine Ausstellung, bei der auch internationale KünstlerInnen gezeigt werden.

Die Künstler der Kunstwerkstätte sind gleichberechtigte Mitglieder im Kunstforum Salzkammergut – ein Präzedenzfall unter Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung. Mit zeitgenössischen Künstlern wird hier auf Augenhöhe kommuniziert und zusammengearbeitet. In ihrer 25-jährigen Geschichte hat die Kunstwerkstätte Gmunden jedenfalls eines erreicht: Ihre Mitarbeiter sind anerkannte Künstler, bei denen die Behinderung schon lange zur Nebensache geworden ist.

Über die Kunstwerkstatt Gmunden:

Die Kunstwerkstatt Gmunden wurde 1993 nach einer einjährigen Projektphase mit zehn KünstlerInnen verschiedener Kunstrichtungen gegründet. Sie ist ein professionell eingerichtetes und begleitetes Atelier für freie künstlerische Arbeit.

Mitarbeiter: Ferdinand Reisenbichler (Leiter), Heide Zednik (teilzeitbeschäftigt)

Beschäftigte Künstler: Sophie Beisskammer, Franz Krummholz, Eli Kumpfhuber, Julia Rakuschan, Christian Rebhan, Margarete Bamberger, Sigrid Reingruber, Andreas Krötzl, Eva Sturmberger und als "Artist in Residence" Martin Filsegger aus dem Prima Vera Ebensee.

Nähere Informationen: www.galerietacheles.at

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