Selbstständigkeit als oberstes Ziel

von Lebenshilfe Oberösterreich (Kommentare: 0)

Die Wohngruppe Mondsee legt besonders viel Wert auf die Selbstständigkeit ihrer Bewohner. Dafür wird nicht nur fleißig geübt, sondern es kommen auch verschiedene Hilfsmittel zum Einsatz, um die Bewohner in ihrer Selbständigkeit zu unterstützen.

In der teilbetreuten Wohngruppe im Herzen von Mondsee wohnen vier Klienten, nebenan befindet sich die vollbetreuten Wohngruppe mit sechs Klienten. Dem Wohnverbund Mondsee liegt viel daran, die Fähigkeiten ihrer Bewohner zu fördern und sie dadurch in ihrer Selbstständigkeit und Unabhängigkeit zu unterstützen.

Rüstzeug für mehr Selbstständigkeit

Schon der Morgen startet mit einer Portion Selbstbestimmung. Die Bewohner entscheiden selbst, was sie zum Frühstück essen und bereiten es auch selbst zu. Dabei helfen z.B. eine mit Bildern beschriftete Müslilade oder eine eigens für die Bewohner konstruierte Brotschneide"maschine". Wenn die meisten Bewohner anschließend zu ihrem Beschäftigungsplatz aufbrechen, bleiben die beiden Seniorinnen Theresia Schön und Augustine Nell in der Wohnung und helfen etwa beim Kochen oder beim Brotbacken.

Wenn die Bewohner abends wieder nach Hause kommen, wird tagesaktuell entschieden, was zum Abendessen gekocht wird. Es folgen ein gemeinsamer Einkauf und ein unterstütztes Kochen, bevor man je nach Wetter und Wünschen der Bewohner die Freizeit gestaltet.

Ein Wochenplan gibt Orientierung über die Haushaltsaufgaben, welche jeder einzelne Bewohner zu erledigen hat. Auch dabei helfen Hilfsmittel, die Aufgaben möglichst selbstständig durchzuführen. Beim Wäschewaschen unterstützen etwa ein markierter Waschpulvermessbecher und Bilder an den Wäschekörben mit entsprechenden Symbolen, die sich auf der Waschmaschine wiederfinden.

Man lernt nie aus

Verkehrssicherheitstraining, Bustraining und vieles mehr tragen dazu bei, das eigene Handlungsfeld zu erweitern. So hat eine Klientin beispielsweise gelernt, mit dem Bus nach Unterach zu fahren, um dort ihrem Hobby, dem Klettern, nachgehen zu können. Eine andere Bewohnerin geht mittlerweile selbstständig zum nahegelegenen SPAR-Markt, um einzukaufen. Dafür war monatelanges Training nötig.

„Für mich ist es immer schön, die Entwicklung zu verfolgen. Früher gingen Zivildiener einkaufen, heute können viele Bewohner alleine einkaufen oder auch ins Kaffeehaus gehen. Wenn man ihre Freude über die neue Selbständigkeit erlebt, vergisst man, wie lange man dafür üben und trainieren musste", erklärt Wohnverbundleiter Karl Kreisberger.

Keine Angst vor dem Scheitern

Das multiprofessionelle Team im Wohnverbund Mondsee ist offen für Neues und traut sich vieles zu. Beim Beschreiten neuer Wege hat das Team auch keine Angst vor dem Scheitern. „Man muss etwas erst probiert haben, um sagen zu können, dass es nicht möglich ist. Und selbst wenn es nicht möglich zu sein scheint, sollte man gemeinsam einen Weg finden um es möglich zu machen", lautet das Credo des Wohnverbundes. Dabei ist dem Team wichtig, Klienten nur dann zu unterstützen, wenn es wirklich notwendig ist, um ein selbstbestimmtes Handeln zu fördern.

 

Zur Newsübersicht

Einen Kommentar schreiben

Kommentar