Selbstvertreter aus ganz Österreich fordern „Gehalt statt Taschengeld“

von Lebenshilfe Oberösterreich (Kommentare: 0)

Gehalt statt Taschengeld ist eines der dringendsten Anliegen der Gesamtsprecher der Lebenshilfe. Vor der Forderungsübergabe an auf Bundesebene haben sich Roland Öhlinger und Karin Riegler die Unterstützung von Birgit Gerstorfer für ihr Anliegen geholt.

Am 5. Mai ist der europäische Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. Die Lebenshilfe gestaltet ihn als Tag der Inklusion. Zu diesem Anlass und unter dem Motto „Gehalt statt Taschengeld“ finden Aktionen in ganz Österreich statt. Heute wird die Forderung von Selbstvertreter*innen aus ganz Österreich an die Behindertensprecher*innen im Parlament übergeben. Die Gesamtsprecher aus Oberösterreich reisen mit der Unterstützung von Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer nach Wien.

„Taschengelder bekommen Kinder oder Schüler. Die Arbeit, die wir machen, soll endlich als Leistung anerkannt werden! Dazu braucht es auch eine gerechte Bezahlung. Und zu einem Gehalt gehört auch eine Pensionsversicherung”, so Roland Öhlinger, Gesamtsprecher Lebenshilfe Oberösterreich. Er war bis 2015 in der Industriegruppe der Werkstätte Thalheim beschäftigt, hat aber dann die Tagesstrukturen außerhalb des offenen Arbeitsmarktes verlassen und arbeitet nun im Rahmen der Integrativen Beschäftigung im Gelände der Kellner & Kunz AG, wo er Schrauben-Sortimente zusammenstellt, kleine Teile neu- oder umpackt oder Kleinmontagen vornimmt. Er hat große Freude daran, im Umfeld eines wirtschaftsorientierten Betriebes zu arbeiten, in dem er ein leistungsgerechtes Gehalt beziehen kann. Trotzdem erhält er von der Lebenshilfe nur ein Taschengeld für seine Arbeit. „Durch die Wertigkeit der Aufträge habe ich auch meine eigene Arbeitsleistung gesteigert“, erklärt er begeistert. Gesamtsprecherin Karin Riegler ergänzt: “Menschen mit Beeinträchtigung sollen die Chance haben zu wachsen. Und da braucht es auch Anerkennung gegenüber der Leistung von Menschen mit Beeinträchtigung und ihrer Arbeit”.

Karin Riegler hofft aber auch, dass durch eine gesetzliche Änderung ein Umdenken in der Gesellschaft stattfindet. „Wir sind Erwachsene Menschen, keine Kinder. Das soll auch in der Gesellschaft so gesehen werden! Wenn wir Gehalt statt Taschengeld bekommen, ändert sich auch das Denken in der Gesellschaft und wird uns gleichwertig behandeln“, meint Riegler. „Wir brauchen ein Gehalt, um selbstbestimmt leben zu können“, so die Gesamtsprecherin der Lebenshilfe Oberösterreich abschließend“.

Landesrätin Birgit Gerstorfer steht hinter den Selbstvertretern der Lebenshilfe

Am Tag vor der österreichweiten Aktion in Wien besuchten die oberösterreichischen Gesamtsprecher Karin Riegler und Roland Öhlinger die Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer. Sie übergaben ihr das Dialogpapier „Gehalt statt Taschengeld“ und erklärten, warum ihnen das Thema am Herzen liegt. „Die Forderung nach „Gehalt statt Taschengeld“ ist richtig und wichtig. Denn an das Gehalt sind auch die sozialversicherungsrechtliche Absicherung und der Pensionsanspruch geknüpft, was bei einem Taschengeld nicht der Fall ist. Ob mit oder ohne Beeinträchtigung: Menschen, die einer Arbeit nachgehen, müssen den Anspruch auf eine finanzielle Absicherung im Alter haben“, so Landesrätin Birgit Gerstorfer.

Zum Abschluss wurde ein gemeinsames Foto gemacht, um die Unterstützung der Landesrätin mit diesem symbolischen Bild mit nach Wien nehmen zu können.

Aktion „Gehalt statt Taschengeld“ & Forderungen im Detail

Menschen mit intellektuellen Behinderungen sollen nicht länger wie Kinder behandelt werden. Sie sind erwachsene Bürgerinnen und Bürger Österreichs! Sie wollen und können ihre Rechte und Pflichten wahrnehmen. Es soll einen Werkstattlohn als Gehalt mit sozialversicherungsrechtlichen Ansprüchen oder einen Lohn am Arbeitsmarkt geben. Es kann auch eine Grundabsicherung für alle geben, die nicht in einer Werkstatt arbeiten können. Die Lebenshilfe hat für diesen Anlass ein Dialogpapier mit politischen Forderungen zu inklusiver Arbeit formuliert, welches österreichweit von Menschen mit intellektuellen Behinderungen auf Landes- und Bundesebene überreicht wird.

Das Dialogpapier mit allen Informationen zum Thema „Gehalt statt Taschengeld“ steht auf der Homepage www.lebenshilfe.at/aktion-gehalt  zur Verfügung.

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