Spatenstich für Lebenshilfe Werkstätte in Haag

von Lebenshilfe Oberösterreich (Kommentare: 0)

Spatenstich der Lebenshilfe-Werkstätte Haag. Vlnr: Landtagsabgeordnete Sabine Binder, Bürgermeister Ing. Konrad Binder, Landesrätin Birgit Gerstorfer, Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, SPÖ-Klubobmann Christian Makor
Spatenstich der Lebenshilfe-Werkstätte Haag. Vlnr: Landtagsabgeordnete Sabine Binder, Bürgermeister Ing. Konrad Binder, Landesrätin Birgit Gerstorfer, Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, SPÖ-Klubobmann Christian Makor
Grießkirchner Elternvereine setzten sich für den Bau der Werkstätte ein. Vlnr: Helga Scheidl (Präsidentin Lebenshilfe OÖ), Sabine Haslehner, Maria Strasser, Gudrun Eibensteiner mit Tochter Silke, Eva Kapsammer, Mag. Gerhard Scheinast
Grießkirchner Elternvereine setzten sich für den Bau der Werkstätte ein. Vlnr: Helga Scheidl (Präsidentin Lebenshilfe OÖ), Sabine Haslehner, Maria Strasser, Gudrun Eibensteiner mit Tochter Silke, Eva Kapsammer, Mag. Gerhard Scheinast
Die Spatenstich-Feier war gut besucht
Die Spatenstich-Feier war gut besucht
Andrea und Raphael Köllerer mit Birgit Gerstorfer
Andrea und Raphael Köllerer mit Birgit Gerstorfer

Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer und Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer feierten gemeinsam mit der Lebenshilfe OÖ und Angehörigen von Menschen mit Beeinträchtigung aus der Region den Spatenstich für die Lebenshilfe-Werkstätte in Haag am Hausruck.

In zentrumsnaher Lage in der Rottenbacherstraße 29 in 4680 Haag am Hausruck entsteht ein Beschäftigungsangebot für 28 Menschen mit Beeinträchtigung. In den Räumlichkeiten wird die Möglichkeit zur Abwicklung von Auftrags- und Industriearbeiten entstehen; eine Haushalts- und Servicegruppe, Kreativangebote sowie Angebote für Menschen mit höherem und wachsendem Unterstützungsbedarf (Pflege, SeniorInnen) sind ebenso vorgesehen. Im Sinne einer inklusiven Gesellschaft, in der alle Menschen gleichwertige Mitglieder sind, kommt dem Angebot der Integrativen Beschäftigung eine besondere Bedeutung zu: Menschen mit Beeinträchtigung können auch außerhalb der Werkstätten bei externen Kooperationspartnern beschäftigt werden.

„Mit dem Bau der Lebenshilfe-Werkstätte Haag am Hausruck erfüllt sich eine lange gehegte Hoffnung für 28 Menschen mit Beeinträchtigung und deren Angehörige. Gerade in Zeiten wie diesen werden damit Zeichen gesetzt für Zusammenhalt, Unterstützung und Menschlichkeit. Ich gratuliere allen, die zur Verwirklichung dieses Projektes beigetragen haben“, freut sich Bürgermeister Ing. Konrad Binder über das Bauprojekt.

„Die neue Werkstätte ist ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Angebote für Menschen mit Beeinträchtigung in der Region und bietet vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten. Ich möchte mich ganz besonders bei der Lebenshilfe Oberösterreich für die jahrelange gute Zusammenarbeit bedanken. Die Umsetzung solcher Projekte ist nur mit einem professionellen Partner möglich“, betont Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer.

Mit der geplanten Inbetriebnahme im Herbst 2018 entstehen darüber hinaus mehr als zehn neue Arbeitsplätze für ausgebildete Fachkräfte. Der maximale Förderbetrag des Bauprojektes beläuft sich auf € 1.290.300,00. Finanziert wird das Projekt zu 49 % aus EU-Mitteln (Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums - ELER) und zu 51 % von der Sozialabteilung des Landes Oberösterreich. Die Planung des Projektes erfolgt durch die ISG. Die bauliche Fertigstellung ist für Sommer 2018 vorgesehen. 

Fehlende Betreuungsplätze für Menschen mit Beeinträchtigung stellen eine große Belastung für Angehörige dar

Hunderte von Menschen mit Beeinträchtigung brauchen landesweit dringend einen betreuten Wohnplatz bzw. Arbeitsplatz. Für 28 Familien aus dem Raum Haag wird die neue Werkstätte der Lebenshilfe OÖ mit der geplanten Inbetriebnahme Ende 2018 eine Erleichterung bringen.

„Der Bau der Werkstätte in Haag freut mich besonders, da er ein Zeichen dafür ist, dass der Bedarf von der Landesregierung erkannt wird und entsprechende Handlungen eingeleitet werden“, so Helga Scheidl, Präsidentin der Lebenshilfe OÖ.

Sabine Haslehner, macht sich gemeinsam mit dem „Zentrum für alle“ in Haag am Hausruck für den Ausbau fehlender Betreuungsplätze stark. Als Mutter eines beeinträchtigten Sohnes weiß sie um die Sorgen, mit der sich viele Angehörige von Menschen mit Beeinträchtigung konfrontiert sehen: „Ich hoffe sehr, dass durch den Bau der Lebenshilfe-Werkstätte in Haag ein Platz für meinen Sohn Benjamin entsteht. Noch geht Benjamin zur Schule. In einem Jahr, wenn er 18 wird, muss eine Alternative für eine Tagesstruktur gefunden werden. Diese ungewisse Situation nach der Schulzeit ist sehr belastend.“

So wie für Sabine Haslehner hätte das Fehlen eines Betreuungsplatzes für viele Eltern besorgniserregende Auswirkungen: „Unsere Kinder können nicht alleine zu Hause bleiben. Erhalten sie keinen Werkstätten- bzw. Wohnplatz, sind meist die Mütter gezwungen, ihren Job aufzugeben“, führt die Lehrerin die Konsequenzen fehlender Betreuungsplätze weiter aus. Sabine Haslehners größte Angst ist, dass Benjamin nach der Volljährigkeit untätig daheim sitzen muss und seine sozialen Kontakte sowie die mühsam erlernten Fertigkeiten wieder verliert.

Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer kennt die großen Belastungen für Eltern, Angehörige und Betroffene: „Wir tragen als Gesellschaft gemeinsam die Verantwortung, für eine ausreichende Finanzierung sozialer Dienste zu sorgen. Gerade im Bereich der Chancengleichheit von Menschen mit Beeinträchtigung sind wir noch ein großes Stück vom Ziel der vollständigen Bedarfsdeckung entfernt. Ich freue mich um jede Unterstützung von Seiten der Lebenshilfe Oberösterreich aber auch der Betroffenen selbst – denn die notwendigen Mittel zur Bedarfsdeckung zu sichern, wird harte politische Auseinandersetzungen erfordern. Wir müssen mit Nachdruck klarstellen, dass wir die Ungerechtigkeit nicht länger hinnehmen und wir nicht akzeptieren können, dass Menschen mit Beeinträchtigung in Oberösterreich mit Hürden beim Wohnen und bei der Arbeit konfrontiert sind.“

Zur Newsübersicht

Einen Kommentar schreiben

Kommentar