Testament und Erbrecht

Eigenhändiges schriftliches Testament:

Die einfachste Form des Testaments ist die eigenhändig geschriebene und unterschriebene letztwillige Anordnung. Weiters muss es als letzter Wille erkenntlich sein und eine Erbeinsetzung beinhalten.

Die Beisetzung eines Datums ist zu empfehlen, um spätere Testamente von jüngeren unterscheiden zu können; dies ist aber keine Formerfordernis zur Gültigkeit des Testaments.

Die Beiziehung von Zeugen ist bei dieser Form des Testamentes nicht erforderlich.

Fremdhändiges Testament:

Das fremdhändige Testament wird von einem Dritten oder vom Testator selbst mit Schreibmaschine, Computer etc. geschrieben. Es ist vom Errichter eigenhändig zu unterschreiben. Zu seiner Rechtswirksamkeit ist erforderlich, dass der Erblasser vor drei fähigen Zeugen (von denen mindestens zwei gleichzeitig anwesend sein müssen) ausdrücklich erklärt, dass der Aufsatz seinen Letzten Willen enthält. Die Zeugen haben die Urkunde mit einem auf ihre Eigenschaft als Zeugen hinweisenden Zusatz zu unterschreiben .

Mündliches Testament:

Ein mündliches Testament kann nur in folgenden Fällen errichtet werden:

  • Vorliegen von Lebensgefahr
  • Gefahr des Verlustes der Testierfähigkeit

Die mündliche Anordnung hat vor zwei nicht erbberechtigten Zeugen zu erfolgen.
Achtung: Dieses Testament ist nur bis drei Monate ab Wegfall der Notlage rechtswirksam! Eine rasche Ersetzung durch ein schriftliches Testament ist daher unbedingt erforderlich.

Testament eines Menschen mit geistiger Beeinträchtigung

Wurde für eine Person mit geistiger Beeinträchtigung vor dem 1.1.2005 ein Sachwalter bestellt, so kann diese Person nur vor einem Notar oder einem Gericht ein Testament errichten. Dies wurde auch im Bestellungsbeschluss zur Sachwalterschaft festgehalten.

Mit 1.1.2005 ist hier insofern eine gesetzliche Änderung erfolgt, dass Personen, die unter Sachwalterschaft stehen, das Testament nur dann vor einem Notar oder Gericht errichten müssen, wenn dies im gerichtlichen Sachwalterbeschluss angeordnet ist. Gelangt das Gericht im Rahmen des Sachwalterverfahrens zur Ansicht, die betroffene Person muss nicht in gerichtlicher oder notarieller Form ein Testament errichten, so muss dies nicht in den gerichtlichen Sachwalterbeschluss aufgenommen werden. In diesem Fall kann die Person mit Beeinträchtigung ein Testament wie jede andere auch errichten.

Kann eine Person mit Beeinträchtigung jedoch keine Willensäußerung abgeben, ist sie nicht testierfähig.
Für alle Fälle, in denen keine letztwillige Anordung errichtet wurde, tritt nach dem Tod einer Person die gesetzliche Erbfolge ein. Das bedeutet, dass in diesem Fall das Gesetz vorgibt, wer nach einem Erblasser erbberechtigt ist.

Nähere Informationen

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Mag. Michaela Harrer-Schütt
Tel.: +43 7672/ 27 550 10112
Mail: harrer-schuett.michaela@ooe.lebenshilfe.org