Gesamtsprecher der Lebenshilfe OÖ wurden bestätigt

von Lebenshilfe Oberösterreich (Kommentare: 0)

Karin Riegler und Roland Öhlinger wurden als Gesamtsprecher der Lebenshilfe OÖ wiedergewählt.

Karin Riegler aus Weyer und Roland Öhlinger aus Wels wurden als Gesamtsprecher der Interessenvertretung der Lebenshilfe Oberösterreich wiedergewählt. Die beiden Interessenvertreter bringen die Sichtweisen und Anliegen von Menschen mit Beeinträchtigung persönlich in den Gremien der Lebenshilfe OÖ und der Lebenshilfe Österreich ein.

„In der Lebenshilfe Oberösterreich werden laufend Entscheidungen getroffen, die das Leben von Menschen mit Beeinträchtigung beeinflussen. Deshalb ist es uns ein besonderes Anliegen, dass ihre Stimmen gehört werden und sie mitentscheiden können“, sagt Mag. Gerhard Scheinast, Geschäftsführer der Lebenshilfe OÖ. Karin Riegler und Roland Öhlinger vertreten als sogenannte Interessenvertretung die Interessen und Bedürfnisse ihrer Kolleg*innen. „Sie sind das Sprachrohr von Menschen mit Beeinträchtigung der Lebenshilfe OÖ“, sagt Nadine Wolfesberger, welche die beiden als Assistentin der Gesamtsprecher unterstützt und sie zu ihren Sitzungen und Treffen begleitet.

Entlohnung und Bildung als dringendsten Anliegen

Bereits seit 2018 sind die 27-jährige Karin Riegler und der 50-jährige Roland Öhlinger im Amt, nun wurden sie bei den Regionaltreffen als Gesamtsprecher wiedergewählt. „Wir sind wieder zur Wahl angetreten, weil wir es für sinnvoll halten, dass die Beschäftigten und Bewohner*innen Vertreter*innen haben und wir sind schon gut eingearbeitet“, erklären die beiden.

„Bildung ist ein Grundrecht. Es sollte mehr inklusive Schulen und Kindergärten geben und Schulstoff in leichter Sprache. Auch bei Fortbildungen sind Vorträge in leichter Sprache die perfekte Lösung“, sagt Karin Riegler. Sie ist seit 2014 in der Lebenshilfe-Werkstätte Weyer beschäftigt, zeichnet und malt gerne, hört viel Musik und absolviert aktuell die Ausbildung zur Peer-Beraterin für Integrative Beschäftigung.

Roland Öhlinger war in der Lebenshilfe-Werkstätte Wels beschäftigt, nun arbeitet er bereits seit sieben Jahren Vollzeit im Rahmen der Integrativen Beschäftigung in der Firma Kellner und Kunz. „Ich arbeite seit sieben Jahren fünf Tage pro Woche in einem Unternehmen und bekomme noch immer kein Gehalt. Mir ist es wichtig, dass wir gleichgestellt werden“, fordert er „Gehalt statt Taschengeld“. Roland Öhlinger spielt gerne Schach und Reversi, liebt Ausflüge alleine und mit der Wohngruppe und besucht gerne seine Freunde im ganzen Land. Er erwarb seine Beeinträchtigung als 6-jähriges Kind bei einem Verkehrsunfall. „Ich bin trotzdem immer positiv eingestellt und schaue, dass ich auch andere damit anstecke. Es gibt Leute, die jammern ihr Leben lang. Aber da kann man ja das Leben nicht genießen.“

„Nichts über uns, ohne uns!“

Die Selbstbestimmung von Menschen mit Beeinträchtigung nimmt in der Lebenshilfe OÖ einen hohen Stellenwert ein. Daher wurden die Interessenvertreter − Menschen mit Beeinträchtigung, die selbst für ihre Rechte und Anliegen eintreten und ihr Recht auf Mitsprache nutzen − bereits im Jahr 2003 flächendeckend eingeführt, bevor diese im Jahr 2008 durch die Entstehung des OÖ Chancengleichheitsgesetztes gesetzlich verankert wurden. Das Recht auf Mitbestimmung und Mitsprache zieht sich über alle Ebenen: von den Gruppensprechern über die Haussprecher innerhalb der Einrichtungen und Regionalsprecher bis hin zu den Gesamtsprechern flächendeckend für ganz Oberösterreich.

Bild 2: Regionalsprecher vertreten die Meinungen und Anliegen von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung der Lebenshilfe OÖ in den einzelnen Bezirken. V.l.n.r: Roland Öhlinger, Karin Riegler, Christa Hernegger, Edeltraud Nussbaumer, Ulrike Weißengruber, Sabine Schmidbauer, Mario Hahn, Josef Scherfler

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