Kurzzeitwohnen

Kurzzeitwohnen ist die vorübergehende Wohnmöglichkeit, insbesondere zur Unterstützung des unmittelbaren familiären und sozialen Umfelds des Menschen mit Beeinträchtigung. Die Leistung des Kurzzeitwohnens kann grundsätzlich drei Mal jährlich für jeweils längstens 2 Monate beantragt werden. Davon sind die von unseren Werkstätten durchgeführten Ferienaufenthalte ausgenommen. Sollte eine Kurzzeitunterbringung lediglich einige Tage (z.B. nur 3 Tage) dauern, ist eine Antragstellung auch öfter als 3 Mal jährlich möglich, insgesamt jedoch nicht länger als 6 Monate.

Anmeldung für das Kurzzeitwohnen

Wenn Sie sich für das Kurzzeitwohnen in einer Wohneinrichtung der Lebenshilfe Oberösterreich interessieren, so wenden Sie sich bitte an die zuständige Wohneinrichtung oder Werkstätte. Sollte die gewünschte Wohneinrichtung keinen freien Platz für das Kurzzeitwohnen anbieten können, wenden Sie sich bitte direkt an die Landesleitung oder die Bedarfskoordinatoren ihrer Region.

Hier finden Sie eine Übersicht über alle Kurzzeit-Wohnplätze in Oberösterreich

Antragstellung

Die gesamte Durchführung des Kurzzeitwohnens obliegt der Lebenshilfe Oberösterreich sowie den BedarfskoordinatorInnen der Bezirksverwaltungsbehörden. Das Kurzzeitwohnen muss mit dem Formular “Antrag auf Gewährung von Kurzzeitwohnen“ beantragt werden, welches in unseren Einrichtungen aufliegt. Die darin gemachten Angaben über die finanzielle Situation des Menschen mit Beeinträchtigung sind mit Unterschrift zu bestätigen.

Berechnung des Kostenbeitrages

Die Kosten für das Kurzzeitwohnen sind abhängig von der Höhe des Einkommens und des Vermögens der Person mit Beeinträchtigung. Es bestehen zwei unterschiedliche Berechnungsformen für den Kostenbeitrag, abhängig davon, ob Einkommen und Vermögen der Person mit Beeinträchtigung über der Freibetragsgrenze von €12.000 oder darunter vorliegen.
Der Kostenbeitrag für die Kurzzeitunterbringung wird von der Lebenshilfe Oberösterreich im Auftrag des Amtes der OÖ. Landesregierung vorgeschrieben und eingehoben.

1. Einkommen und Vermögen unter dem Freibetrag von € 12.000
Besitzt die Person mit Beeinträchtigung Einkommen und Vermögen unter der Freibetragsgrenze von €12.000 berechnet sich der Kostenbeitrag für das Kurzzeitwohnen aus dem Einkommen (z.B. einer Pension), dem Pflegegeld und der erhöhten Familienbeihilfe wie folgt.

Beitrag aus dem Einkommen: Vom Einkommen der Person mit Beeinträchtigung (z.B. Pension) werden 80% für die Berechnung des Kostenbeitrages herangezogen. Die Sonderzahlungen bleiben zur Gänze der betreffenden Person.

Beitrag aus dem Pflegegeld: Vom ausbezahlten Pflegegeld werden als Taschengeld 10% der Stufe 3 (unabhängig von der tatsächlichen Pflegegeldeinstufung) abgezogen. Der Restbetrag wird für die Berechnung des Kostenbeitrages für Kurzzeitwohnen herangezogen. Die Summe aus den oben genannten 80% des Einkommens sowie des Pflegegeldes wird durch 30 (Tage) dividiert. Damit ergibt sich der tägliche Kostenbeitrag. Dieser Beitrag wird mit der Anzahl der Anwesenheitstage multipliziert.

Beitrag aus der erhöhten Familienbeihilfe: Analog zur privatrechtlichen Vereinbarung in Wohnheimen werden von der erhöhten Familienbeihilfe €150 aliquot auf die tatsächlichen Anwesenheitstage umgerechnet. Die 13. Familienbeihilfe bleibt davon zur Gänze unberücksichtigt.

150€ : 30 (Tage) = Beitrag je Tag × tatsächlicher Anwesenheitstage = zu leistender Beitrag aus der Familienbeihilfe

2. Einkommen und Vermögen über dem Freibetrag von € 12.000
Besitzt die Person mit Beeinträchtigung Einkommen und Vermögen über der Freibetragsgrenze von €12.000, so ist der Kostenbeitrag bis zu diesem Freibetrag und bis zur Höhe der tatsächlichen Kosten aus dem vorhandenen Vermögen zu bezahlen.

(Monats-)Fixbetrag : 30 Tage = Betrag je Tag × tatsächlicher Anwesenheitstage = zu leistender Betrag

Wichtige Hinweise

Bei der Anmeldung für das Kurzzeitwohnen sind folgende Unterlagen in der Wohneinrichtung abzugeben:

  • - Arztbrief, ärztliche Gutachten, Befunde (falls vorhanden)
  • - Sachwalterschaftsbestellungsbeschluss (falls vorhanden)
  • - Bezugsbestätigung der Familienbeihilfe
  • - Nachweis über den Bezug von Pflegegeld (Landes- oder Bundespflegegeld)
  • - Nachweise über Einkommen und Vermögen

Diese Nachweise sind nur einmal zu erbringen, sollten sich jedoch Veränderungen ergeben (z.B. höhere Pflegegeldeinstufung, Bezug einer Pension, die bei der letzten Kurzzeitunterbringung noch nicht gewährt wurde usw.) sind die aktuellen Nachweise bei einer erneuten Kurzzeitunterbringung der Lebenshilfe Oberösterreich vorzulegen.
Für Personen, die bereits in einer Werkstätte der Lebenshilfe Oberösterreich untergebracht sind, läuft die Kostenbeitragspauschale für die Werkstätte ganz normal weiter. Für die Kurzzeitunterbringung ist ein Kostenbeitrag zusätzlich zu bezahlen, wobei ein Anteil, der für die Werkstätte bezahlt wird, bei der Berechnung des Kostenbeitrages berücksichtigt wird.

Bescheid

Kurzzeitwohnen wird in erster Linie ohne Bescheid gewährt, denn es genügt die Zustimmung der zuständigen Behörde an die Einrichtung. Ein Bescheid wird nur dann erlassen, wenn die antragsberechtigte Person innerhalb von drei Wochen ab der Inanspruchnahme der Leistung diesen verlangt.

Nähere Informationen

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Mag. Michaela Harrer-Schütt
Tel.: +43 7672/ 27 550 10112
Mail: harrer-schuett.michaela@ooe.lebenshilfe.org