Den Weg der Erinnerung vorwärts gehen

von Lebenshilfe Oberösterreich (Kommentare: 0)

Im Alter von 14 Jahren starb der Sohn von Vroni Fesel, ein Junge mit intellektueller Beeinträchtigung. Heute ist sie als freiwillig Aktive im Einsatz und singt mit Christine Mayer aus dem Wohnhaus Münzkirchen Kinderlieder aus Büchern, die ihrem Sohn gehörten. Menschen mit Beeinträchtigung fühlt sich Vroni Fesel verbunden und hat auch für Eltern ein offenes Ohr und Ratschläge aus dem eigenen Erfahrungsschatz.

"Zur Lebenshilfe habe ich mich schon immer hingezogen gefühlt - noch bevor Lukas geboren wurde", erklärt Vroni Fesel, die direkt neben dem Wohnhaus Münzkirchen wohnt und schon damals gerne im Shop der Lebenshilfe einkaufen ging. Als 1999 ihr Sohn Lukas mit einer intellektuellen Beeinträchtigung geboren wurde, besuchte sie mit ihm den Snoezelenraum im Wohnhaus Münzkirchen.

Lebendiges Andenken

Nachdem Lukas im Alter von 14 Jahren verstarb, wollte Vroni Fesel die Verbindung zu Menschen mit Beeinträchtigung aufrechterhalten. „Ich habe Lukas jeden Tag vorgelesen und vorgesungen. Das wollte ich in irgendeiner Form weiter tun", erklärt sie. Mit Christine Mayer führt Vroni Fesel diese Tradition seit 2014 jeden Donnerstagnachmittag fort. Gestartet wurde mit dem Lesen aus Lukas‘ Kinderbüchern. Als einmal ein Liederbuch an der Reihe war, hat Christine Mayer ihre Leidenschaft zum Singen entdeckt. „Das Kinderlieder-Buch ist mein Lieblingsbuch", erklärt sie.

Ehrliche Freude

„Das Gefühl der Zugehörigkeit ist das Schönste. Die Leute freuen sich immer, wenn ich komme", strahlt Vroni Fesel, die einen großen Teil ihrer Freizeit Menschen mit Beeinträchtigung widmet. Siegi, ein weiterer Bewohner des Lebenshilfe-Wohnhauses, begleitet manchmal die Familie Fesel zum Wirt und zwei beeinträchtigte Brüder sind regelmäßig bei ihnen zu Besuch.

Freiraum durch Kinderdienst

Über den Verein Sonnenstrahlen ist Vroni Fesel außerdem im Kinderbetreuungsdienst aktiv. „Ich weiß selbst, wie schwer es für Angehörige ist, einmal rauszukommen", blickt Vroni Fesel zurück. Da ihr Sohn auch unter epileptischen Anfällen litt, war es besonders schwer jemanden zu finden, der einmal kurz auf Lukas aufpasste. Durch ihren Einsatz ermöglicht sie es nun Angehörigen, einmal einen Abend oder sogar einmal ein Wochenende außerhalb der eigenen vier Wände zu verbringen.

Spezialqualifikation für neuen Job

In ihrem neuen Job als Bus-Begleitperson der Firma Kieslinger kann Vroni Fesel immer wieder durch ihren Erfahrungsschatz im Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigung punkten. An diesem Beruf schätzt sie auch den Kontakt zu anderen Eltern von Kindern mit Beeinträchtigung, mit denen sie sich gerne austauscht und immer ein offenes Ohr und Ratschläge aus dem eigenen Erfahrungsschatz bietet

 

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