Spatenstich für Wohnhaus für Menschen mit Beeinträchtigung in Unterweissenbach gefeiert

von Lebenshilfe Oberösterreich (Kommentare: 0)

Foto: Land OÖ/Stinglmayr
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Am 12. Oktober feierte die Lebenshilfe Oberösterreich zusammen mit Bürgermeister Johannes Hinterreither-Kern und den Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander und Landesrätin Birgit Gerstorfer den Spatenstich für ein Wohnhaus der Lebenshilfe. Das Wohnhaus im Zentrum von Unterweissenbach wird 15 vollbetreute Wohnplätze sowie einen Kurzzeitwohnplatz bieten.

2007 nahm die Lebenshilfe-Werkstätte in Unterweissenbach ihren Betrieb auf und ist der Arbeitsplatz von 26 Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung, nun entstehen auch dringend benötigte barrierefreie Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigung in der Region Mühlviertel. „Fehlende Wohnplätze sind nach wie vor eines der dringendsten Anliegen von Menschen mit Beeinträchtigung in Oberösterreich. Alleine im Bezirk Freistadt haben 43 Personen einen dringenden Bedarf für einen voll- oder teilbetreuten Wohnplatz. Ich freue mich, wenn wir dieses Projekt gemeinsam umsetzen und Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit Menschen mit Beeinträchtigung hier mit hoher Lebensqualität wohnen können“, betont Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer.

„Die Gemeinde Unterweissenbach, die Arbeitsgruppe Freistadt und die Lebenshilfe haben sich über Jahre hinweg für die Schaffung von Wohnplätzen in der Region eingesetzt. Als einer der größten Träger der OÖ Behindertenhilfe und als Verein, der eng mit Angehörigen zusammenarbeitet, ist es uns bewusst wie wichtig Wohnplätze für Angehörige und Betroffene sind. Ein Wohnplatz ist die Basis für eine weitestgehend selbstbestimmte und selbstständige Lebensführung“, so Mag. Gerhard Scheinast, Geschäftsführer der Lebenshilfe Oberösterreich.

„Ich freue mich, dass es mit dem Spatenstich für das Wohnhaus in Unterweißenbach den Startschuss für eine weitere Einrichtung gibt, die zur Integration und Selbstbestimmung von Menschen mit Beeinträchtigung beiträgt. Hier entsteht ein Ort, wo künftig ein aktives Leben geplant wird, wo gefördert und beraten und nicht nur gepflegt und betreut wird. Ich wünsche diesem Wohnhaus, dass es ein Ort des Miteinanders wird, wo sich alle Bewohnerinnen und Bewohner geborgen fühlen können“, so Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander.

Beim Spatenstich waren neben Bürgermeister Johannes Hinterreither-Kern, der Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander und Landesrätin Birgit Gerstorfer auch Vertreter der Gemeinde, Menschen mit Beeinträchtigung und ihre Angehörigen, die Arbeitsgruppe Freistadt, LAbg. Peter Handlos, LAbg. Mag. Michael Lindner, NAbg. Mag. Johanna Jachs und Bezirkshauptfrau Dr.in Andrea Außerweger vor Ort, um den Spatenstich für das Lebenshilfe-Wohnhaus zu feiern. Im Anschluss an den Spatenstich wurde die Lebenshilfe-Werkstätte Unterweissenbach besichtigt und die Arbeitsgruppe Freistadt hatte einen Imbiss vorbereitet.

Soziale und wirtschaftliche Wertschöpfung in der Region

Gegenüber einer bereits bestehenden Wohnsiedlung mitten im Ortskern von Unterweissenbach wird mit dem Bau des Lebenshilfe-Wohnhauses das Ziel verfolgt, die Selbstständigkeit von Menschen mit Beeinträchtigung in Region Mühlviertel zu erweitern bzw. Angehörige gegebenenfalls zu entlasten. Durch die Nähe des Wohnhauses zur bestehenden Werkstätte können Arbeitswege zu Fuß zurückgelegt werden. Diese Selbstständigkeit kann nicht nur den persönlichen Selbstwert steigern, sondern auch neue Netzwerke im Sozialraum geschaffen werden. Auch Einkaufsmöglichkeiten, ein Café, eine Bank und eine Bushaltestelle befinden sich in Gehweite zum Wohnhaus. Über 50 verschiedene Vereine in der Gemeinde (zB Volkstanzgruppe, Goldhauben, Theater, Musik,..) bieten für die zukünftigen Bewohner*innen eine Möglichkeit zur Teilhabe und Aktivitäten mit Gleichgesinnten.

Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf ca. 1,9 Millionen Euro. Finanziert wird das Projekt zu 49,43 % aus EU-Mitteln (Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums - ELER) und zu 50,57 % von der Sozialabteilung des Landes Oberösterreich. Ausführende Wohnbaugenossenschaft ist die WSG Gemeinnützige Wohn- und Siedlergemeinschaft RegGenmbH. Die Inbetriebnahme ist für Frühjahr/Sommer 2021 geplant.

Das Projekt der Lebenshilfe trägt nicht nur während des Baus zur Wertschöpfung regionaler Firmen bei, sondern schafft nachhaltig Arbeitsplätze in der Region. Je nach Hilfebedarf der zukünftigen Bewohner*innen werden 8-12 neue Arbeitsplätze entstehen. Zusätzlich haben Jugendlichen die Möglichkeit zur Mitarbeit als Zivildiener oder im Rahmen eines Sozialen Jahres.

Im Bezirk Freistadt bietet die Lebenshilfe darüber hinaus eine weitere Werkstätte sowie ein Wohnhaus und einen Kindergarten für Menschen mit Beeinträchtigung, die alle in der Gemeinde Freistadt angesiedelt sind.

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