Sprechen ohne Sprache

von Lebenshilfe Oberösterreich (Kommentare: 0)

Stellen Sie sich vor, Sie können nicht sagen, dass Sie etwas trinken möchten. Oder dass Sie jemanden gern haben. Es gibt viele Menschen, die nicht sprechen können. Für Menschen, die nicht reden können, gibt es die Unterstützte Kommunikation.

Viele Menschen mit Beeinträchtigung können nicht sprechen oder haben Probleme, ihre Wünsche und Bedürfnisse zu äußern. Unterstützte Kommunikation bietet diesen Menschen die Möglichkeit zu kommunizieren. Die Methoden sind vielfältig: So können zum Kommunizieren Symbole, Fotos, Gebärden und Gegenstände genauso eingesetzt werden wie Tagebücher oder auch Tages- und Wochenplaner. Auch elektronische Hilfsmittel wie sprechende Tasten oder das iPad werden oft und gerne verwendet.

Für alle Klienten der Lebenshilfe OÖ sowie deren Begleitpersonen gibt es die Möglichkeit, eine Beratung zum Thema Unterstützte Kommunikation in Anspruch zu nehmen. So können individuell die Wünsche und Möglichkeiten betrachtet und eine Kommunikationslösung gefunden werden. Oft haben Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung nie gelernt, wie Kommunikation funktioniert und wie man seine Wünsche und Bedürfnisse äußern kann. Auch das gehört zur Unterstützten Kommunikation: Wie kann das Umfeld eines Menschen dessen Kommunikationsmöglichkeiten entwickeln und weiter ausbauen? Dazu braucht es kreative Ideen und Motivation der Begleitpersonen.

Kommunikation ist ein Grundrecht jedes einzelnen Menschen. Das heißt: Jeder Mensch soll Zugang zu Kommunikation bekommen, in seiner individuellen Art und Weise. Martin Pistorius, der Autor des Buches „Als ich unsichtbar war – Die Welt aus Sicht eines Jungen, der 11 Jahre als hirntot galt" und selbst unterstützt kommunizierend, formuliert es so: „Kommunikation ist eines der Dinge, die uns zu Menschen machen. Und ich habe die Ehre, die Chance bekommen zu haben, mich ihrer zu bedienen."

 

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